Nun ist es mir selber passiert.

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Ich Honk.

Da leuchte ich mit meinem Projekt „Absichtlich glücklich“ durch die Lande – mit Workshops, persönlichem Austausch, Einzelcoaching und Videochats und predige „Der Fokus macht’s“, und dann, schwupps, mache ich etwas, was ich sonst nicht tue, aber was plötzlich wie ein Sog ist und womit ich nicht aufhören kann. Es hat mich im Griff und ich, nach Hoffnungsschimmern suchend, finde keine, sondern konsumiere weiter. Zieh sie mir rein, schier endlos, gebe mich dem Sog hin, werde auf einmal wieder bewusst und merke: Na toll. Alles fühlt sich schwierig an. Düster, kompliziert, krisenhaft.

Was war passiert?

Nachrichten.
So eine Idiotie.
Ich bin voll drauf reingefallen!
Es kam, was kommen musste: Ich kam so richtig schlecht drauf.
Super. Genau wie ich gesagt habe!
Der Fokus macht’s.
Ich war selbst schuld, bzw. voll selbst verantwortlich:
Wenn man sich die Infektionszahlen reinzieht, die Machenschaften des derzeit amtierenden amerikanischen Präsidenten, einen Artikel über Tonband-Aufnahmen seiner Ehefrau, und schließlich noch in den Kommentarspalten von Facebook landet, wo Kultur, Respekt und Anstand überwiegend Fremdworte sind, dann darf man sich nicht wundern, dass es einem die Puschen der psychischen Stabilität wegpustet. Hier geklickt, dort geklickt, gescrollt, und yeah, ich bin im Bilde und weiß Bescheid, aber hey… das fühlt sich ja gerade total mies an…
OK.

Aber Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.
Heißt konkret:
Mir ist das schon öfter passiert, und ich weiß um meine „Anfälligkeit“ diesbezüglich.
Also nehme ich mir vor, Nachrichten wieder nur sehr dosiert und sparsam zu lesen.
Maximal 5 Minuten am Tag. So viel Neues passiert zurzeit nicht, und was ich wirklich wirklich wissen muss, werde ich erfahren. Also nicht nur der Fokus, sondern auch die Haltung macht’s.
Soviel zu meinem Vorsatz, die nächste Zeit wird es zeigen, denn passiert ist mir das Ganze erst heute, ganz frisch, am 06.10.2020.

Aaaber WARUM mache ich das eigentlich? Mir den ganzen Irrsinn der Welt reinzuziehen, der mit meinem Leben im Grunde nichts zu tun hat?

Da ist zum einen die schnelle Verfügbarkeit. Smartphone zur Hand, hier geklickt, dort geklickt, schon prasselt es beim Scrollen auf einen ein. Und wie.
Wenn man dann so vor sich hinscrollt, ist das manchmal eine willkommende Ablenkung von ungelösten, unbequemen oder einfach nur schwierigen aber wichtigen Fragen des Alltags, des eigenen Lebens.
Nur – zu welchem Preis??

Und dann glaube ich, dass die Zeit in der wir gerade leben, so vollgepackt ist mit Herausforderungen, Veränderungen und vielen vielen Fragen, Unsicherheiten, wirtschaftlichen, existenziellen, gesundheitlichen und persönlichen Sorgen, dass man dem auch gern entfliehen möchte. Aber hallo – vom Regen des Alltags in die Traufe einer negativen Gedankenwelt? Oh man! Nein!

Einsicht…

Ich habe für mich gemerkt, dass diese Nachrichtenkonsumiererei nicht gut für mich ist. Schon vor vielen Jahren habe ich aufgehört, die Nachrichten in der Tagesschau oder die heute-Nachrichten zu schauen, weil ich mit den dort gezeigten Bildern aus den schrecklichen Flecken der Welt nicht umgehen kann. Es hat mich ins Bett und meine Träume verfolgt. Es hat mich hilflos fühlen lassen, da ich diese Bilder und vor allem die Ereignisse nicht verhindern kann. Ich fühlte mich schlecht. Weil ich auch nicht helfen konnte, weil ich am liebsten Frieden auf Erden hätte, aber diesen „nur“ in meinem unmittelbaren persönlichen und beruflichen Umfeld versuchen kann, zu schaffen bzw. zu erhalten. Hier und da spende ich etwas, aber ich bin nicht die richtige Person, die ihr Leben auf den Kopf stellt, um nach Afrika zu reisen und Brunnen zu bauen und unterernährte Kinder zu pflegen. Also habe ich das Schauen von Nachrichten mit bewegten Bildern ad acta gelegt.

Warum also tue ich mir das nun am Handy an?
Klar, da ist hier und da die eine oder andere Herausforderung auch in meinem Alltag.
Ich erlebe mich durchaus als zufriedenen, immer wieder auch glücklichen, vor allem aber dankbaren Menschen. Und ich bin mir meistens der Segnungen meines Lebens sehr bewusst.

Und dann, plumps, sind da ein, zwei Themen in meinem aktuellen Leben, zu denen ich sicherlich bestimmte Haltungen, Gedanken, Pläne, Ideen habe, aber deren Entwicklung ich einfach auch abwarten muss.

Da ich das nicht immer gut aushalten kann, abzuwarten und geduuuuuldig zu sein (meine persönliche Lebens-Challenge), gerate ich dann in solche selbstschädigenden Fahrwasser.
Dabei könnte ich etwas Schönes lesen, Musik machen, rausgehen (Wetter egal) und dort meinen Gedanken nachhängen (was immer woanders rauskommt als auf dem Sofa), etwas backen, kochen oder was auch immer. Im Haushalt geht natürlich auch immer was, aber ok, das lassen wir mal außen vor. ;-)

Was habe ich heute also gemacht, um aus diesem Loch rauszukommen??
Erst einmal hat ein guter Freund mich angeschrieben und spitz bekommen, dass ich gerade Nebel im Kopf habe. Er rief mich kurzerhand an, und das war bereits ein Grund, mich erst einmal aufzusetzen (ich lag bis dahin auf dem Sofa). Wir haben nur kurz gesprochen, aber allein dies hat meine Gedanken ein wenig in eine andere Richtung gelenkt. Anschließend habe ich dann, weil ich noch Zeit hatte bis ich den Abendbrottisch für meine Familie und mich decken wollte, noch ein wenig Comedy im Internet geschaut. OK, wieder am Handy oder PC, aber immerhin.

Comedy und alles worüber man lachen kann, hat mir schon seit meiner Kindheit immer geholfen, schwierige Phasen zu überstehen. Egal ob sie kurz oder lang waren. Meinem Bruder sei Dank für diese Ressource: Humor und Lachen.

Mir hilft das irgendwie fast immer. Mein Hirn reagiert sofort darauf.
Wenn mein Gesicht häufiger lächelt oder lacht, denkt mein Gehirn „alles chillig“, keine Gefahr, kein Grund für Trübsal. Außerdem wird meine Atmung lockerer, meine Muskeln entspannen sich. Wie von selbst.
Das macht die Themen nicht „weg“, aber sie erscheinen nicht mehr so erdrückend und schwer, sondern lösbar. Ich selbst fühle mich mehr in der Lage, sie lösen und bewältigen zu können. Darauf kommt es an.

Und wenn ich das eine Zeitlang praktiziert habe – lustige Dinge schauen, grinsen, lachen usw., und dann wieder an meine vorherigen „schwierigen“ Themen denke, dann fühlen sich diese nicht mehr so schwierig an, und vor allem (!): Dann fallen mir auch kreativere Lösungen und Wege oder einfach nur bessere Gedanken dazu ein. Also isses das doch schonmal wert.

Natürlich gibt es auch andere Dinge und Beschäftigungen, die mich wieder heller sehen lassen, aber heute war es eben Comedy.

Der Fokus macht’s eben doch.
Wobei – das hatte ich ja gar nicht in Frage gestellt. ;-)

Da ich das nicht immer gut aushalten kann, abzuwarten und geduuuuuldig zu sein (meine persönliche Lebens-Challenge), gerate ich dann in solche selbstschädigenden Fahrwasser.

Dabei könnte ich etwas Schönes lesen, Musik machen, rausgehen (Wetter egal) und dort meinen Gedanken nachhängen (was immer woanders rauskommt als auf dem Sofa), etwas backen, kochen oder was auch immer. Im Haushalt geht natürlich auch immer was, aber ok, das lassen wir mal außen vor. ;-)

Will sagen: Wie Dein Körper auf die Nahrung reagiert, die Du Dir zuführst, reagiert auch Dein Geist, Deine Gedankenwelt auf das, was Du Dir an „Daten“ reinziehst.

„Mit der Zeit nimmt die Seele die Farbe Deiner Gedanken an“, dieser Ausspruch wird Marc Aurel zugesprochen.

Und weißt Du was?
Auch wenn ich mit diesen Themen immer für andere unterwegs war und bin, so bin ich doch froh, dass es auch mir passiert, dass ich mal in eine Falle tappe. Denn so bleibe ich Mensch und auf dem Teppich. Wer wäre ich, wenn ich frei davon wäre?

Aber das bin ich, das ist ein Teil von mir, ein Teil meiner Glaubwürdigkeit, dass ich diese Dinge kenne, dass ich auch die Depression kenne, und dass ich für mich ganz persönliche Wege gefunden habe, die mich immer hinausführen. Ich muss sie halt nur aktiv beschreiten. Da hakt es zwar manchmal, aber immer seltener als früher. Halleluja.

Das Leben ist eine Reise, und ich bin verdammt gern unterwegs.

Und Du?

Wie reagierst Du auf Nachrichten?
Kennst Du das Gefühl, durch bestimmte Tätigkeiten, Ereignisse oder Gedanken „schlecht drauf“ zu kommen?

Was bringt Dich wieder auf einen fruchtbaren Boden, wenn Du auf gedankliches Glatteis geraten bist?

Teile das gerne mit mir und anderen Lesern, wenn Du magst.
Viele Menschen brauchen heute gute Ideen, wie sie von all den schwierigen Themen des Alltags wieder zu sich selbst finden können.

Und ansonsten freue ich mich einfach, wenn Du einen hilfreichen Gedanken aus diesem Text ziehen oder ihn einem Freund oder einer Freundin schicken magst, die ihn gerade gut gebrauchen kann.

Herzliche Grüße,

Barbara

Positives in der Krise?

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In der Tageszeitung „Neue Westfälische“ für die Region Enger/Spenge wurde am 31.03.2020 folgender Artikel veröffentlicht.

Enger. Der Coronavirus geht alle an – weltweit. Für die einen sind dessen Ausbreitung und die Unsicherheit der derzeitigen Lebenssituation beängstigend. Andere Menschen sehen in der Krise auch Chancen. „Das kommt auch auf den jeweiligen Typ an“, sagt Barbara Hoffmann, Systemischer Coach und Beraterin. Aber: „Gedanken sind steuerbar“, weiß die Engeranerin und kennt Tipps, die Ungewissheit zu überwinden. Sie ist sicher: „Krisen haben auch Positives.“

Die eigenen Gedanken lenken

Gerade in schwierigen Situationen sei es nicht einfach, das Positive zu sehen, sagt sie. Manche neigen dazu, so ihre Erfahrung, „dass sie oft nur das Belastende und Nervende sehen.“ Gerade dann sei es wichtig, in sich selbst hinein zu hören und zu schauen: Was tut mit heute gut, welche schönen Sachen oder Begegnungen kann dieser Tag bringen? „Man kann sich auch beim Einkauf mit zwei Meter Abstand mit anderen nett unterhalten“, sagt sie.

Die Corona-Welle könne der einzelne kaum beeinflussen. „Ich kann die derzeit gebotene Isolation und hygienische Regeln einhalten, aber damit halte ich allein die Krise nicht auf.“ Es mache keinen Sinn, gegen diese Vorgaben zu rebellieren. „Es ist für mich besser, wenn ich sie vielmehr akzeptiere – Akzeptanz macht zufriedener als Widerstand“, betont sie. Der einzelne, so ihr Rat, solle vielmehr auch erkennen, wofür er dankbar sein und worüber er sich freuen könne. „Derzeit ist vielleicht vieles anders als gewohnt – aber anders kann auch gut sein.“

Erinnerungen an Tschernobyl

Eine Bekannte habe sie kürzlich an die Tschernobyl-Katastrophe erinnert, als im Jahr 1986 eine explodierter Reaktor in der Ukraine alles veränderte und Landstriche bis weit nach Europa hinein verstrahlt wurden. „Damals sollten die Menschen – auch in Deutschland – nicht raus gehen, mussten auf ihr Essen achten, Kinder sollten nicht im Freien spielen. Dagegen ist die jetzige Situation doch eher harmlos. Man hat doch vielmehr Möglichkeiten als damals. Heute ist ein Spaziergang doch eine gute gesundheitliche und gesellschaftspolitische Maßnahme“, sagt sie schmunzelnd.

Jeder solle sich, so ihr Tipp, auf das Hier und Jetzt besinnen und lebenswerte Dinge im Auge behalten. „Viele Menschen haben schon schwere Krankheiten gehabt und sind wieder gesund geworden. Daran können sie sich orientieren und Mut fassen. Und den Glauben behalten, dass man viele Herausforderungen bewältigen kann.“

Das Ziel solle lauten, gut zu sich selbst zu sein. „Hilfreich ist es für viele, sich auf das Miteinander zu besinnen“, weiß sie. „Denn die Familie, ein langer Spaziergang und ein schöner Frühlingstag geben Kraft. Wer für sich selbst die Bedeutung solcher Dinge als wichtig erkennt, der wird innerlich klarer, Themen des Alltags kriegen eine andere Gewichtung“, so ihre Erfahrung. „Für viele sind soziale Kontakte wichtig – der Austausch geht derzeit oft nur im Chat, jedenfalls nicht in der Kneipe“, sagt sie lachend. „Aber auch beim Skypen kann man sich sehen. Manche telefonierten wieder richtig gern. Die technischen Möglichkeiten geben heute viel her.“

Lebenserfahrungen nutzen

Man könne auch gemachte Erfahrungen positiv nutzen. „Aus dem Rucksack der Lebenserfahrungen kann man sicher auch jetzt Lösungsmöglichkeiten angeln, um schwere Zeiten zu durchstehen und negative Gedankenspiralen zu durchbrechen.“ Derzeit sei die Lebenssituation recht surreal. „Aber wie alles andere im Leben geht auch diese Zeit vorüber – es ist eine Phase.“ Das sei ein Mantra, das sich jeder immer wieder vor Augen führen könne. Entlastend sei es, sich einen Plan zurecht zu legen für den „schlimmsten Fall“, sich vorbereitet zu fühlen. „Der Mensch kann aus jeder Situation lernen und etwas Positives mitnehmen, was wichtig für sein Leben. Dann entwickelt er auf Dauer ein anderes Bewusstsein für den Alltag.“

Persönliche Anmerkung:

Dieser Artikel gibt lediglich einen Teil meiner Haltung zu diesem Thema wieder.
Die Einzeltragödien der Coronakrise, wie Verluste, Ängste, existenzielle Sorgen u.v.m. bleiben Tragödien und sind durch positive Gedanken nicht abzumildern.
Ich empfehle immer, ungute Gefühle auf jeden Fall wahrzunehmen und nicht wegzuignorieren. Sie kommen wieder. Erst recht bei vorhandenen psychischen Erkrankungen, durch die das Denken und Erleben in der Regel verändert ist.
Mit meinen Empfehlungen in diesem Artikel richte ich mich an Personen, die ohne konkrete Krisensituation sich dennoch viele Gedanken um die derzeitige Situation und die Entwicklungen machen.
Die im Artikel veröffentlichten Strategien und Methoden der Bewältigung stellen hierbei nur einen Teil der vielfältigen Bewältigungsmöglichkeiten dar.

Reframing – ein Allheilmittel?

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Kürzlich wurde ich vom Online- und Printmagazin „Soul Sister“ zum Thema Reframing interviewt. Da ich mich ja seit langer Zeit mit Sinn und Unsinn „positiver“ bzw. hilfreicher Gedanken beschäftige, freute ich mich sehr über das Interesse und konnte Rede und Antwort stehen. Für all diejenigen, die überlegen, ob diese Methode aus dem NLP (Neurolinguistisches Programmieren) für ihr Denken und Bewerten von Erlebtem hilfreich sein könnte, veröffentliche hier mit freundlicher Genehmigung des Magazins, das Interview.
Viel Freude damit! – Und bei Fragen gern jederzeit melden! ;-)

Wenn Sie es einmal in Ihren eigenen Worten beschreiben: Was bedeutet Reframing?

Reframing bedeutet, bestimmte Situationen oder Ereignisse in einen anderen Zusammenhang zu setzen, um ihnen dadurch eine andere Bedeutung zu verleihen. Wenn wir Reframing anwenden, haben wir vorher bewusst entschieden, dass wir eine Situation nicht mehr als belastend, schrecklich oder nervig bewerten und empfinden wollen. Diese Technik ist hilfreich, um z.B. eine wichtige Erkenntnis oder Erfahrung daraus zu gewinnen oder das subjektive Belastungsempfinden von Erlebtem zu mindern.
Im sogenannten „ABC Modell“ von Albert Ellis, das u.a. auch in der kognitiven Verhaltenstherapie angewendet wird, wird beschrieben, wie man einer Situation (A) eine neue Bedeutung (B) zuweist, um emotional oder auf der Verhaltensebene anders darauf zu reagieren (C). Das ist im Grunde die Aufsplittung von Reframing in drei kleine Schritte.

Können Sie uns zwei drei Situationen beschreiben, in denen Sie Reframing empfehlen würden?

Reframing würde ich als allererstes für den Bereich der persönlichen Stressbewältigung empfehlen. Täglich müssen wir mit bestimmten Stressoren einen Umgang finden: Das Kind hat verschlafen, auf dem Weg zur Arbeit stecken wir unvorhergesehen in einem Stau fest, der Chef ist genervt, die Kantine hat geschlossen, der Partner wird oder ist krank etc. In Situationen, die uns nicht existenziell bedrohen, oder die uns nicht vor grundlegende Lebensfragen stellen (wie bestimmte Erkrankungen, Tod eines geliebten Menschen, Arbeitsplatzverlust) können wir beginnen, Reframing anzuwenden.  

Wann oder in welchen Situationen hilft Reframing hingegen nicht?

Für lebensverändernde Ereignisse würde ich Reframing definitiv nicht empfehlen, schon gar nicht für „Einsteiger“. Natürlich kann es trotzdem hilfreich sein, aber maximal als ergänzende Methode zu tiefergehenden Maßnahmen. Wer gerade einen geliebten Menschen verloren hat, der muss erst einmal seine Trauer erleben und durch sie hindurchgehen. Das kann dauern und darf es auch. Eine mentale Technik einzusetzen um die eigenen Gefühle womöglich besser nicht spüren zu müssen, ist falsch verstandenes Reframing.

Mögliche Erkenntnisse belastender Ereignisse stellen sich meist erst viel später ein, zum Beispiel dass man erst dadurch in die Lage versetzt wurde, wesentliche Dinge im eigenen Leben zu verändern, die einen vorher unglücklich gestimmt haben. Oder wenn der Arzt soeben eine sehr belastende Diagnose gestellt hat, ist es meist vollkommen unpassend, diese nicht ernst zu nehmen und mit einer anderen Bewertung darüber hinweg zu gehen. Besonders als Angehöriger oder Freund. Dann gilt es für einen als  Betroffenen erst einmal, diese Diagnose zu verdauen und schrittweise zu schauen, was einem helfen könnte, alle Kräfte für eine hoffentlich in Aussicht gestellte Genesung, oder zumindest Krankheitsbewältigung, zu mobilisieren.

Haben Pessimisten Reframing nötiger als Optimisten? Inwiefern, inwiefern nicht?

Das ist eine spannende Frage! Ich würde sagen, dass keine der beiden genannten Gruppen Reframing nötiger hat als die andere. Es fällt der Gruppe der Optimisten lediglich leichter, sich darin zu üben und Erfolge zu verzeichnen als der der Pessimisten.
Außerdem glaube ich, dass die Unterscheidung der Menschen in lediglich diese zwei Kategorien, Schwierigkeiten mit sich bringt. Der ständige Pessimist braucht vielleicht viel mehr als nur ein Reframing, und der Optimist muss vielleicht aufpassen, dass er die Welt nicht nur in rosaroten Wolken zeichnet.  Dazwischen gibt es, wie so oft im Leben, zahlreiche Abstufungen, die teilweise auch ineinander übergehen.
Auch ein Optimist kann Dinge kritisch oder besorgt sehen, sowie ein Pessimist in der Lage sein kann, sich an einer Kleinigkeit zu erfreuen.

Mit welchen konkreten Tools oder Taktiken, schaffe ich es Reframing im Alltag wirklich (!) umzusetzen?

Ich habe für mich (und natürlich auch für andere Menschen) drei Hilfsfragen aufgestellt, mit denen es uns besser gelingen kann, Dingen eine andere Bedeutung zu geben.

Hilfsfrage 1: „Wie könnte ich diese Situation noch sehen?“
Hierbei überlegen wir, wie eine lebenspraktische und erfolgreiche, vielleicht sogar optimistisch eingestellte Freundin, Kollegin oder Verwandte, die die betreffende Situation anders bewerten würde. Sicher würde sie uns empathisch zur Seite stehen, aber sie würde uns auch liebevoll den Spiegel vorhalten und sagen: „Du kannst das auch so sehen:…“. Das sind die Menschen, von denen wir uns eine sprichwörtliche „Scheibe abschneiden“ können.

Hilfsfrage 2: „Wozu könnte diese Situation gut sein?“
Wenn unser Kind sich in der Schule einen fiebrigen Infekt eingefangen hat, ist das zuerst natürlich stressig. Sobald aber klar ist was es da ausbrütet und Sie ggf. die notwendigen Medikamente  von der Apotheke geholt haben, geht es nach Hause und wir können vielleicht wertschätzen, dass wir nun zwei Tage mit dem Kind verbringen und es ordentlich verwöhnen können.
Wenn Sie im Stau stehen, können Sie sich sagen: „Es ist nur ein Stau. Ich komme zwar zu spät zur Arbeit, aber das kann jedem passieren und ich nutze die Situation einfach mal um durchzuatmen und die Schultern zu lockern.“ Selbst an solch kleine Entlastungsmöglichkeiten denken wir bei Stress in der Regel nicht, dabei liegt das im Grunde nahe, das Beste für sich rauszuholen.

Hilfsfrage 3: „Was könnte ich aus dieser Situation lernen?“
Wir können die Realität und das, was im Leben passiert, nicht rückgängig machen oder gar ändern. Aber wir können überlegen, was uns diese Situation vielleicht für den weiteren Weg mitgeben will an Erfahrungen oder Erkenntnissen.
Wenn wir zum Beispiel immer wieder von jemandem schlecht behandelt werden, haben wir die Wahl, trotz allen Leidensdrucks eine bewusste Entscheidung zu treffen. Und zwar eine Entscheidung, ob wir uns vielleicht besser abgrenzen wollen, uns von dieser Person distanzieren oder trennen wollen, ob wir diese Person konfrontieren oder wie auch immer. Wir können aus belastenden Situationen immer etwas mitnehmen – wenn wir uns dafür entscheiden dass wir das so wollen.
Oder wenn wir immer wieder im selben Stau stehen, um ein etwas weniger brisantes Beispiel zu nehmen, und diesen Stau aber nicht einfach umfahren können, dann können wir versuchen einen Lerneffekt daraus zu ziehen. Denn der Ärger den wir empfinden, hilft uns nicht weiter und löst auch den Stau nicht auf. Klar dürfen wir uns auch darüber ärgern. Aber langfristig schadet zu viel Ärger dem Herz und der Psyche. Das ist nachgewiesen. Also können wir aus dem täglichen Stau lernen, entweder früher loszufahren, oder diesen zu nutzen um in schönen Erinnerungen zu schwelgen, Planungen für den nächsten Urlaub oder fürs Wochenende zu machen, uns aktiv zu entspannen und zu atmen, oder vieles mehr. Wir haben immer die Wahl.

Wie lange dauert es bzw. wie viel Routine braucht es, bis ich Reframing im Alltag wirklich umsetzen kann? Oder muss wohlmöglich ich ein Leben lang „üben“?

Sie kennen sicherlich den Satz „Die Energie folgt der Aufmerksamkeit“. Es ist schwer zu sagen, wie lange es dauert, auch das ist individuell unterschiedlich und hängt von verschiedenen Faktoren ab, z.B. von der eigenen Überzeugung der Wirksamkeit dieser Methode, von der persönlichen Belastung unter der man vielleicht steht, oder auch davon, wie fokussiert und intensiv man sich damit beschäftigt. Wie bei allem im Leben können Sie bei regelmäßigem täglichem Trainieren schon nach wenigen Wochen Erfolge in Ihrer Stimmungslage bemerken. Da wir aber alle Menschen sind, die eingebunden sind in alles Mögliche, möchte ich gern zu einer entspannten Haltung ermuntern und deutlich machen, dass der Weg das Ziel ist. Und dass die innere Haltung und Absicht den Erfolg verstärkt.

Wenn ich Reframing anwende, mache ich mir dann nicht eigentlich was vor?

Wenn es richtig angewendet wird, ganz klar nein. Genau das ist mir ein wichtiges Anliegen, das deutlich zu machen. Es geht nicht darum, einen Pinsel mit rosa Farbe über, sagen wir mal, den Haufen Mist zu streichen. Dann ist der Haufen Mist nun rosa, aber es ist immer noch ein Haufen Mist. Der immer noch stinkt und im Weg herumliegt, um es mal so prosaisch auszudrücken.

Solange wir nicht so tun als sei der Haufen Mist ganz toll wenn er nur rosa wird, sind wir auf der sicheren Seite.

Genau darüber sollten wir uns bewusst werden oder sein: Reframing ist nicht dazu da, den belastenden Charakter von Ereignissen besser ignorieren zu können. Sondern zu sagen: Ja, das ist belastend, aber ich kann flexibel und anders als bisher darauf reagieren. Das muss weder meinen Tag noch meine Woche noch mein ganzes Leben bestimmen.

Wenn ich durch Reframing versuche, die Dinge ständig neu zu betrachten und positiver zu sehen, macht das auf Dauer nicht krank und etwas lebensfremd?

Wie beschrieben, hilft Reframing als eine Art mentales Training, mehr oder weniger belastende Lebensereignisse ein wenig gewappneter und flexibler zu bewältigen. Das kann so lebensfremd nicht sein. Zumal die Attribute „krank“ und „lebensfremd“ ebenfalls ja nur Bewertungen sind, die wir in unserem Kopf vornehmen. Sie sind nicht die objektive und absolute Wahrheit, denn sie stimmen nur für eine bestimmte Gruppe Menschen.
Wer Reframing für sich nicht hilfreich findet, für den gibt es zahlreiche andere wirksame Techniken. Das sehe ich total entspannt.
Jeder darf Dinge so bewerten wie es ihm gefällt. Solange er anderen Menschen nicht die Chance nimmt, Dinge für sich auszuprobieren und hilfreich zu finden.
Aber viele Menschen profitieren davon, eine Änderung des Blickwinkels auf unangenehm empfundene Dinge des Alltags zu trainieren. Das mindert effektiv das subjektive Belastungserleben. Und wer möchte nicht gelassener mit bestimmten Situationen umgehen können…?

Was möchten Sie zum Thema Reframing noch sagen, was ich nicht gefragt habe, Sie aber erwähnenswert finden?

(Derzeit nichts, ich möchte Ihnen dieses Dokument nun gern so schnell wie möglich zusenden, damit Sie damit zeitnah weiterarbeiten können. J Vielen Dank für die anregenden Fragen!)

Leitfaden für alle die sich beruflich wie Versager fühlen

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Ein Leitfaden für alle die sich im Rahmen einer beruflichen Situation wie Versager(innen) fühlen.

 

Ihr seid nicht die Einzigen

Die Arztpraxen sind voll von Menschen mit psychischen Beschwerden. Auch wenn man bei den anderen Menschen im Wartezimmer immer denkt, die hätten etwas anderes. Mindestens ein Drittel ist wegen ihrer Psyche dort.

Falls Ihr zum ersten Mal diese Erfahrung macht: Einmal Psyche muss nicht heißen „immer Psyche“. Ihr könnt wieder auf die Beine kommen. Und im Wiederholungsfall schafft Ihr es auch dann. Wichtig ist, dass Ihr Euch selbst ernst nehmt. Ernster als Ihr Eure Chefs nehmt, Eure Kollegen, Euren Job. Denn ohne Euch und Eure Gesundheit funktioniert alles andere auch nicht.
Dass Ihr nicht die Einzigen seid, soll nicht heißen, dass Ihr Euch nicht so anstellen sollt. Im Gegenteil! Es soll auch nicht heißen, dass ein Indianer keinen Schmerz kennt. Sondern dass es, schon lange, kein Tabu mehr ist. Es ist keine Schande, innerhalb von menschenunfreundlichen Rahmenbedingungen an seine Grenzen zu kommen. Im Gegenteil. Es zeigt dass Ihr Menschen seid und keine Roboter.

Also – liebt Euch selbst und DANN alle anderen. Es lohnt sich. Versprochen.

Denkt nicht zu weit voraus
Es hat einen Sinn, dass es einen Horizont gibt. Den gibt es auch in Eurem Leben, Eurem Denken und Fühlen. Jeder von Euch hat eine Grenze des Leistbaren. Niemand kann unendlich lange oder unendlich viel powern. Auch Menschen die Euch so vorkommen als hätten sie schier unerschöpfliche Reserven, haben sie nicht. Es sieht nur so aus!
Menschen die über Jahre oder sogar Jahrzehnte hinweg ihren Körper und die Signale die er ihnen sendet, ignorieren, „brauchen“ irgendwann den großen (gesundheitlichen) Knall, damit sie zur Ruhe kommen. Denn unser System ist auf diese Überlastung nicht ausgelegt.

Daher sorgt lieber rechtzeitig immer mal wieder für Auszeiten und Pausen. Sie retten Euer Leben. Das meine ich ernst.

Und die anderen?
Zerbrecht Euch nicht den Kopf darüber, was Eure Kollegen, Chefs, Ärzte, Familien und Freunde von Euch denken.

Ihr seid erschöpft von unzähligen Anstrengungen, „gut“ zu sein, Euren Job gut zu machen, vielleicht auch tolle Eltern zu sein, Freunde, Töchter, Söhne, usw. Ihr habt sicher schon seit längerem versucht, Euch zu so verhalten dass man Euch Euer Leiden nicht anmerkt. Aber es nützt nichts. Je mehr Ihr es zu verdecken versucht, desto eher kommt es über Euch.

Daher: Selbstfürsorge rockt, neinsagen auch. Es ist okay wenn Ihr Euch mal rauszieht. Auch wenn es sich zuerst merkwürdig, ungewohnt und irgendwie falsch anfühlt. Auch wenn Ihr das Gefühl habt, Ihr würdet Eure Kollegen hängen lassen.

Aber denkt mal dran: Ihr vertretet Eure Kollegen doch auch, wenn diese mal krank sind oder aus anderen Gründen ausfallen. Und in dieser Richtung ist die Unterstützung und Entlastung für Euch selbstverständlich. Das steht auch Euch zu. Jederzeit.

Und übrigens: Was andere über Euch denken, könnt Ihr zum einen nicht beeinflussen, geht Euch zum anderen auch gar nichts an, und außerdem sagt es sowieso meist mehr über diese Menschen aus als über Euch. Und schon gar nicht sagt es etwas über Euren Wert als Mensch aus. Also ruhig Blut – mit Selbstfürsorge seid Ihr auf dem richtigen Dampfer. Ischwör.

Lasst es zu, dass es Euch so geht wie es Euch geht
Teilt Euch mit, wo Ihr Vertrauen genießt. Geht zum Arzt, öffnet Euch Euren engsten Freunden. Ihr seid diejenigen, die für jeden Eurer Freunde Verständnis habt, helft wo Ihr könnt, immer da seid wenn es jemandem nicht gut geht. Nun seid Ihr dran. Ihr habt jede Unterstützung verdient. Euer System braucht nun Zeit, die Ihr Euch für Euch selbst nehmt. Ihr seid nicht allein damit! Eine Depression (wer das Wort nicht mag, sagt „Burnout“, aber das ist nur eine andere Bezeichnung für dieselbe Erkrankung) braucht in etwa so lange bis es Euch wieder gut geht, wie sie brauchte, um zu entstehen. Das muss nicht heißen, dass Ihr Euch so lange krankschreiben lassen müsst. Es heißt aber, dass Ihr Euch jetzt umso mehr erlauben dürft, umso selbstfürsorglicher zu sein.

Wie gesagt: Ihr würdet für Eure beste Freundin oder Euren besten Freund doch auch alles an Unterstützung geben oder organisieren was geht? Na also. Jetzt seid Ihr selbst Eure beste Freundin oder Euer bester Freund. Endlich. Also ran ans Telefon und Termine machen.

Ihr seid einzigartig
Ihr seid mit Sicherheit ganz wunderbare Menschen… liebenswert, gesellig, freundlich, hilfsbereit, tolle Freunde und Familienmitglieder usw., und könnt mit Sicherheit die halbe Welt retten.
Nur ist jetzt Euer eigener Akku gerade leer. Ein Motor, der ständig im roten Bereich läuft, ist meist eher früher anstatt später defekt und muss ausgetauscht werden.

Euer Körper und Euer Seele sind sehr erfinderisch wenn es darum geht, Euch zu einer Pause zu zwingen. Das kann weit über psychosomatische Beschwerden, chronifizierte psychische oder physische Erkrankungen hinausgehen. Ich habe lange genug in Rehakliniken gearbeitet um zu wissen: Das geht bis hin zum Schlaganfall, zur Embolie, ja bis zum Herzinfarkt.

Je länger Ihr Euer Befinden negiert und Eure Gesundheit nicht ernst nehmt, desto eher wird sich Euer Körper, Eure Seele melden.
Es ist lebenswichtig, dass Ihr Eure Körpersignale ernst nehmt. Eure Müdigkeit, Eure Erschöpfung, Eure Unlust, Eure zunehmende Genervtheit, Euren Blutdruck, was auch immer Euch zum Arzt treibt.

Ihr seid – immer noch – einzigartig!

Ihr seid es wert, dass Ihr Euch um Euch selbst kümmert und Euch endlich ernst nehmt und Eure Gesundheit unterstützt. Und nicht immer weiter und weiter fordert, bis nichts mehr geht und Ihr heulend auf dem Sofa oder am Arbeitsplatz zusammensinkt. Ob ich das auch kenne? Ratet mal.

Und nochmal das mit der Unterstützung
Dachtet Ihr bisher auch stets, das trifft immer nur die anderen?
Weit gefehlt, denn so ging es mir auch.
Seid Ihr auch unsicher was mit Euch los ist, weil Ihr Euch irgendwie anders fühlt als früher? Als sonst? Irgendwie nicht mehr „richtig“? Vielleicht sogar irgendwie unverstanden?

Traut Eurem Bauchgefühl.

Und dann: Holt Euch unbedingt (!) Unterstützung. Teilt Euch mit. Eurem Arzt, einem Psychotherapeuten, einem Coach oder Supervisor – alles natürlich auch in weiblicher und transgender Form denkbar, möglich und gemeint. Hauptsache der Kontakt stimmt. Wie, bei Psychotherapeuten kommt man nicht unter? Wer sagt das? Okay, dann sage ich: Versucht es selbst. Wenn Freund oder Freundin XY eine bestimmte Erfahrung von einem Dreivierteljahr Wartezeit gemacht hat, so muss das nicht auf Euch zutreffen. Es gibt Schwankungen, manche Therapeuten können mit nur wenig Wartezeit mit Euch einen Therapiezeitraum starten. Und ein Vorgespräch muss inzwischen jeder Therapeut zeitnah anbieten. In dem Vorgespräch wird entschieden, wann es wie und wo weitergeht. Ausreden gelten nicht! Ihr seid es wert, dass es Euch besser geht. Und wenn Ihr doch mal unsicher seid, ruft jemand an der sich damit auskennt. Das darf auch ein Freund/ eine Freundin sein, oder die Telefonseelsorge, eine Selbsthilfegruppe oder eben Euer Arzt. Der versteht Euch nicht? Sucht Euch einen anderen! Ihr lebt auf dem Land und es gibt nicht so viele? Dann gibt es mit Sicherheit einen der ein bisschen verständnisvoller ist als Euer derzeitiger… es geht IMMER etwas besser. Und es gibt einen Weg dahin!

So, und jetzt wünsche ich Euch, dass ihr folgendes wisst:

  • Niemand hat je behauptet dass man immer stark sein muss. (Was beutet dieses „stark“ eigentlich?)
  • Niemand hat je behauptet dass man nur dann ein wertvoller Mensch ist, wenn man immer aussieht und dreinschaut wie in der Margarinewerbung.
  • Niemand hat je behauptet dass man immer alles mit sich allein ausmachen muss.
  • Ihr seid wertvoll – wundervoll – einzigartig – liebenswert! (Ja, ich weiß das, obwohl ich Euch nicht kenne. Euer Wesenskern ist genau so.)
  • Was andere über Euch denken oder sprechen, hat nichts mit Eurem tatsächlichen Wert als Mensch zu tun.
  • Was andere über Euch denken oder sprechen, sagt IMMER etwas über sie selbst aus, höchst selten aber etwas über Euch.
  • Glaubt nicht immer was Ihr über Euch selbst denkt.
  • Ihr habt es verdient dass es Euch gut geht.
  • Ihr verdient Respekt, Würde und Wertschätzung.

 

Noch Fragen?

Dann einfach melden.

Oder weiterlesen: http://hoffmann-coaching.de/psychischkrankfoerdertgesundheit/

Herzlichst,

Eure Barbara

Gedanken auf einem Trampolin…

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… in der Nacht…

Wenn man lange genug (zum Beispiel auf dem großen Trampolin im Garten liegend) in den Himmel blickt, sieht man mit der Zeit nicht nur, wie das Sternbild des Großen Wagens direkt über einem immer deutlicher wird. Man sieht auch, wie es weiterwandert (obwohl ja die Erde wandert und sich dreht).
Und dann fliegt ein Satellit darunter her, und man reist ein Stück weit in Gedanken mit ihm mit…

Und ausgerechnet mit dem Blick in den Himmel und den mitreisenden Gedanken, kommt man bei all den täglichen Themen die einen beschäftigen, wieder zunehmend auf dem Boden der Tatsachen an. Man  stellt fest, dass das Leben hier unten auf der Erde einfach nur „Leben“ ist. Mit allem was dazu gehört. So kompliziert, und genauso einfach. Es IST.
Und wir SIND. Nicht mehr und nicht weniger. Existenz pur. Atmen, staunen, dankbares SEIN.

Boden der Tatsachen
Wendet man sich dann wieder diesem Boden der Tatsachen zu, kann man sehen wie das Licht der Sonne, das durch den Mond auf die Erde und den heimischen Garten reflektiert wird, sogar Schatten wirft.
Büsche und Bäume, und auch ich selbst werfen Schatten, und das alles zusammen finde ich gerade total faszinierend.

Ich wünsche uns allen, dass wir uns immer wieder bewusst darüber werden, dass wir Teil eines großen Ganzen sind, das genau so bedeutungsvoll ist, wie WIR es bedeutungsvoll werden lassen.

Wie ich für ein paar Zigaretten die Sonne bekam

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… oder wie die kleinen Dinge Spuren hinterlassen können

Es war auf dem Kirschblütenfest in Enger 2018. Das Kirschblütenfest ist eine kleine aber feine Frühlingskirmes der Stadt Enger im Kreis Herford.

Ich war mit meiner Familie dort (Ehefreund und gemeinsame Tochter), und wir hatten vor, viel Spaß zu haben.

Im Twister juchzte ich lauter als unsere Tochter, die eher darauf bedacht war, cool zu wirken (mit 7 Jahren, nee ist klar). Im Autoscooter durfte sie, neben meinem Mann sitzend, ans Lenkrad. Sie fuhren viermal und mit konzentriert in den Mundwinkel gesteckter Zunge, fuhr sie sicher und geschickt durch die Lücken, und ging gelassen und voller Spaß damit um, wenn sie gerammt wurden oder es mal kurz wegen „Stau“ in einer Ecke nicht weiterging.

In einem Simulationsfahrgeschäft ging es durch eine gruselige Mine. Man schaute mit 8 anderen Menschen in einem wohnzimmergroßen Kasten auf eine kleine Leinwand, der sich, je nach Szene, gefährlich neigte, stark ruckelte und nach vorne oder hinten kippte. Ich, ganz Glucke, wollte meinen Arm um meine Tochter legen, damit sie von den heftigen Bewegungen des Kastens in dem wir saßen, nicht von ihrer Sitzbank kippte, aber sie starrte gebannt und grinsend auf die Leinwand und genoss sichtlich das Erlebnis. Klasse war es!

Im Atelier „Andrea malt“, das einer sehr lieben, mir bekannten Unternehmerin gehört, konnten wir uns kreativ betätigen und für ein von ihr geplantes Buch mit geplanten mindestens 40 kreativen Seiten, malen oder schreiben.

Schaufenster Atelier „Andrea malt“, 29.04.2018

Mein Mann und unsere Tochter malten sehr lebendige Kreationen, ich schrieb ein zweiseitiges Gedicht. Was für eine Freude – in dem ganzen Trubel zu schauen, was das eigene Herz gerade ausdrücken möchte.

Auch auf einem Trampolin mit Gurt konnte unsere Tochter  so hoch hüpfen wie es auf dem Gartentrampolin nicht möglich ist, und mehrere Rückwärtssaltos präsentieren, ohne das jemals geübt zu haben.

Und da nahm es seinen Lauf
Während sie so hüpfte, nahm ich einen ausgeprägten Jieper nach einer Zigarette bei mir wahr. Ich hatte meine Zigaretten jedoch zuhause liegen lassen, in der Annahme, dafür auf dem Kirschblütenfest überhaupt keine Gelegenheit zu haben. Da ich nicht so viel rauche, ging ich davon aus, einige Stunden sehr gut aushalten zu können. Aber wie es immer genau dann regnet wenn man gerade keinen Schirm dabei hat, kam der Schmacht natürlich während unsere Tochter ihre Saltos hinlegte.

Mein Mann war so herzig und schnorrte bei einem anderen Besucher eine Zigarette für mich ab. Der Gute. Ich stellte mich also an den Rand des Geschehens, um mit dem Rauch mein Umfeld möglichst wenig zu belästigen.

Ich stand an einer Reihe von Heuballen, auf denen ein Aussteller seine Gartenaccessoires aufgebaut und drapiert hatte. Handgeschmiedete Eisenfiguren an Eisenstangen, die man ins Blumenbeet oder einen größeren Topf stecken kann. Sonnen, Blumen, Vögel, sowas eben.

Diese Aufbauten im Rücken genoss ich den Blick auf Tochter, Getümmel, Mann und Freunde, die wir inzwischen getroffen hatten.

Plötzlich wurde ich von hinten angesprochen.
„Guten Tag, darf ich Sie gerade aufmerksam machen? Sie stehen direkt an den Heuballen, nicht dass Sie gleich einen warmen Hintern bekommen, wegen Ihrer Zigarette.“

Ich drehte mich um, und sah einen freundlich lächelnden Mann um die 60. Wir kamen in ein lockeres Gespräch, in dem wir die von mir bereits wahrgenommene Gefahr eines Brandes erörterten, und unterhielten uns weiterhin über die Produkte dort, bei denen er „nur“ den Vertrieb mache, aber ein Freund würde sie herstellen, und er sei auch auf der Landesgartenschau in Bad Iburg dieses Jahr und so weiter.

Er fragte mich schließlich, ob er wohl eine Zigarette von mir bekommen könne. Er komme nicht weg bis zum Abend und habe keine mehr, ob ich ihm wohl eine geben würde. Ich lachte und sagte, dass ich meine auch nur jemand anderem abgeschnorrt hätte, nicht einmal selbst sondern durch meinen Mann, und ihm sehr gern eine abgeben würde, aber ich hätte leider selbst keine dabei. Wir lachten gemeinsam und ich versprach, wenn ich noch an Zigaretten kommen würde, dann nochmal vorbeizukommen.

Wir beendeten das Gespräch, weil meine Familie und unsere Freunde schon weitergegangen waren zum nächsten Fahrgeschäft.
Ich glaube, dass er davon ausging, dass es ein Lippenbekenntnis von mir war, nochmal vorbeizukommen.

So kann es gehen…
Weil es einfach ein netter Kontakt war, so wie ich es aus Irland oder Schottland kenne, wo man das meint was man sagt, und auch ohne Handschlag, ganz unbürokratisch, Verbindlichkeit lebt, nahm ich mir vor, dass ich ihm, egal woher, noch einen Vorrat vorbeibringen würde, der bis zum Abend reichen würde.

Ich folgte Familie und Freunden, und nach kurzer Zeit war auch für uns der Kirmesnachmittag beendet. Auf der Heimfahrt informierte ich meinen Ehefreund, dass ich gern nochmal losfahren wolle um dem Mann einfach noch ein paar Zigaretten zu bringen. Mein Mann kennt meine gern mal etwas untypischen Ideen und Aktionen schon, und wusste ja auch, dass er mir vertrauen kann.

Ich steckte zuhause also eine halbvolle Schachtel Zigaretten ein und fuhr nochmal zum Kirschblütenfest, es war ja quasi um die Ecke.
Innerlich grinsend ging ich zu dem Platz, an dem das Trampolin und der Angebotsbereich der Gartenaccessoires standen.

Als der Mann (ich weiß seinen Namen nicht) mich erblickte und wiedererkannte, gab ich ihm die Schachtel mit den 7-8 Zigaretten und sagte, dass die hoffentlich bis zu seinem Feierabend reichen würden und er sie hoffentlich auch einigermaßen möge.
Und – yes – er war total von der Rolle!

Er bedankte sich ein wenig fassungslos, rief: „Sie sind ja ein Engel!“, hatte seine Fassung aber schnell wieder, als ich sagte: „Danke, das weiß ich. Es muss schließlich auch kleine Wunder im Alltag geben.“

Die Sonne
Ich bekam eine „rostige Sonne am Stiel“ zum Dank, für unseren Garten. Damit für mich immer die Sonne scheine.
Ich sagte zwar, dass ich ihm einfach so aus lauter Lebensfreude die Zigaretten habe schenken wollen, aber ich glaube, ich hätte mich auch nicht abbringen lassen, einem lieben Menschen etwas von mir „zurück“ schenken zu wollen.

Ja, und so kam ich auf dem Kirschblütenfest Enger einfach so zu einer wunderschönen rostigen Sonne, die mich nun immer daran erinnern wird, dass es nicht weh tut, sondern im Gegenteil Spuren der Menschlichkeit hinterlässt, wenn man einfach mal spontan eine freundliche Geste vom Stapel lässt.

Denn jede Geste der Menschlichkeit zählt. Ob zwischen Freunden oder Fremden.
Und…
„Wenn viele kleine Menschen an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können sie das Gesicht der Welt verändern.“ (aus Afrika)

Fünf gute Gründe für mentale Prävention

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Wieder so ein Artikel über positives Denken? Jupp! ;-) Weil es hilft und weil immer mehr Menschen auf der Suche danach sind. (Erlebe ich regelmäßig anhand der Nachfrage nach meinen Lesungsvorträgen und Workshops zum Thema.)

Ja, natürlich darf man sich schlecht fühlen und auch „Pestlaune“ schieben. ;)
Und es gehört zum GESUNDEN Spektrum dazu, auch mal krause Gedanken und Gefühle zu haben!

Je mehr unterschiedliche Gefühlsqualitäten wir erleben können, desto gesünder sind wir. Also alles gut. Nur was tun, damit die düsteren und krausen, evtl. selbstabwertenden Gedanken nicht überhand nehmen?

Dann ist es gut, sich präventiv mit positiven Gedanken und hilfreichen mentalen Bewertungen zu beschäftigen.

Im Grunde ist es so:

Wenn wir unsere Gedankenwelt ein wenig aufräumen und pflegen, so wie wir täglich unser Äußeres pflegen, leisten wir einen grundlegenden Beitrag dafür, dass sich alle Lebensbereiche, über die wir etwas denken, positiv entwickeln können. Denken wir in Strukturen von Forderungen („Der muss aber…“), Opferdasein („Da wird man noch bestraft“), Schuldzuweisungen („Meine Mutter/ mein Chef/ meine Firma… ist schuld, dass ich…“) oder Katastrophisierungen („Nichts ist schlimmer als….“) oder düsteren Zukunftsprognosen („Die Welt ist total aus den Fugen und es wird immer schlimmer“), beeinflussen diese Grundhaltungen auch das, was wir des Weiteren vom Leben erwarten.

Denken wir aber in Konzepten von Selbstvertrauen („Auch das kriege ich hin“), Gönnertum und Gelassenheit(„Leben und leben lassen“), Selbstverantwortung („Jetzt gestalte ICH mein Leben/ meine Arbeit/ meine Beziehung(en)“), Dankbarkeit („Ich bin so dankbar für…“) und anderen lebensbejahenden Mustern, verändert sich unser Leben und das, was wir emotional erleben.

Und zwar dann, wenn wir das bewusst und so regelmäßig tun, dass sich neue Gedankengewohnheiten bilden können! Denn alles was wir 100x BEWUSST (positiv) denken, wird zur Gedankengewohnheit und wirkt dann – endlich – kraftvoll von innen, und wirkt dann in folgenden Bereichen:

  1. Unsere Kommunikation

Gute Gedanken beeinflussen unsere Kommunikation, weil das, was wir denken, von uns in gesprochene Sprache umgewandelt wird. Daher ist es sinnvoll, Gedanken der Wertschätzung, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, aber auch der sorgsamen Abgrenzung in Form achtsamer Ich-Botschaften zu trainieren. Was wir sprechen, sind immer ausgesprochene Gedanken! Wie wir unsere Gedanken pflegen und konstruktiv trainieren können, habe ich in „Was ist positives Denken?“ und in meinem Buch Gedankentausch beschrieben.

  1. Unsere Beziehungen zu unseren Mitmenschen

Zu jedem Menschen in unserem Leben stehen wir in einer bestimmten Beziehung. Zu unserem Partner/ unserer Partnerin, unseren Freunden, unseren Kindern, Verwandten, Vorgesetzten/ Kollegen/ Mitarbeitern, zur Bäckereiverkäuferin um die Ecke, und viele mehr. Diese Beziehungen sind so bunt und unterschiedlich wie das Leben selbst. Gelingt es uns, gedanklich ein wenig locker zu lassen und unsere Mitmenschen auch so sein zu lassen wie sie sind (sie sollen uns ja auch so sein lassen wie wir sind, oder sein wollen), dann gestaltet sich auf der Basis unserer freundlicheren Gedanken, auch die Kommunikation mit diesen Menschen ganz anders. Möchten wir nicht auch, dass man mit uns selbst wertschätzend und auf Augenhöhe kommuniziert?

Mein Rat: Machen Sie den Anfang und rufen Sie so in den Wald hinein, wie Sie das Herausschallen sich wünschen. So herum funktioniert es. Erwarten Sie den ersten Schritt nicht von den anderen (und sind dann beleidigt oder gekränkt wenn sie es nicht tun). Übernehmen Sie die Verantwortung für Ihren Anteil an der Beziehungsgestaltung (immerhin 50%) zu Ihren Mitmenschen – und ich verspreche Ihnen, dass sich eine positive Veränderung einstellen wird!

  1. Unsere Beziehung zu uns selbst

Gelingt es uns, auf der Basis guter Gedanken unsere Kommunikation zu beeinflussen, und unsere Interaktionen mit unseren Mitmenschen anders zu gestalten, tut sich auch etwas bei uns selbst. Denn mit positiveren Gedanken können wir auch die Kommunikation mit uns selbst gelingender gestalten.

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Wir erkennen, dass wir in der Lage sind, unser Leben selbstwirksam zu verändern. Das gibt enorm Selbstvertrauen und stärkt unsere Beziehung zu uns selbst, weil sich unsere Gedanken über uns selbst zu verändern beginnen! Und dieser „mentale Unterbau“ mit all seinen Grundhaltungen und Einstellungen, die wir uns aneignen beziehungsweise die unser Leben prägen, hat immer Auswirkungen auf alles in unserem Leben.

Auch wenn Selbstgespräche verpönt sind: Positive (und sich selbst bestärkende) Selbstgespräche setzen enorme Kräfte frei!

  1. Unsere Erfolge im Arbeitsleben

Geht es uns gut mit uns und mit unseren Mitmenschen, sind wir viel besser in der Lage, auch beruflich erfolgreich zu sein. Die Kommunikation mit unseren Kollegen, Vorgesetzten oder Mitarbeitern – auf der Basis gesunder Gedanken – gestaltet sich wertschätzender, auf Augenhöhe und gleichberechtigter. Bis hierhin ist es allerdings schon ein gutes Stück Weg. Doch es lohnt sich.

Für Menschen in abhängiger Beschäftigung gilt dies ebenso wie für Selbstständige, Freiberufler und Unternehmer, aber auch für Menschen ohne Arbeit. Denn wer sich mental nicht zum Opfer (von Kunden, Auftraggebern, Behörden, Arbeitsvermittlern, Jobcentern, etc.) macht, sondern selbstwirksam sein kann, der landet immer positiv beim Menschen der ihm gegenübersitzt, denn dieser könnte eine entscheidende Rolle für die nächsten Entwicklungen spielen…

  1. Unsere Gesundheit

Eigentlich ganz klar. Sobald es uns gut geht – was wir ja im Grunde alle für uns beanspruchen wollen – sind wir gesünder. Wenn wir gesunde, selbstwirksame, konstruktive, lebendige, neugierige, dankbare und lösungsorientierte Gedankenmuster in uns entwickeln, strahlen wir dies auch als Einstellung aus. Selbst in Forschung und Therapie wird immer häufig gezeigt, welchen Einfluss unsere Gedanken auf unsere Gesundheit haben. Und natürlich – wenn es uns mit uns selbst, unseren Beziehungen und in unseren unterschiedlichen Lebensbereichen gut geht, dann beeinflusst das ganz wesentlich unsere Gesundheit. Denn schlechte Gefühle – hervorgerufen durch entsprechend ungute Gedanken und Bewertungen, ziehen uns immer herunter und schränken uns in unseren Möglichkeiten ein, während positive Gedankenstrukturen uns öffnen und unseren Blick für die vielen guten Aspekte in den Dingen schärfen. Wenn das nicht gesund ist…!

Interesse? 

Lassen Sie uns drüber reden! Am Telefon, auf einem meiner nächsten Lesungsvorträge, persönlich oder wie auch immer! Ich freue mich, einen Funken überspringen zu lassen!

Und wenn Sie möchten, habe ich unterschiedliche Möglichkeiten im Angebot, gute Gedanken zu unterstützen. Angefangen mit meinem Buch „Gedankentausch“, einem interaktiven Lesungsvortrag aus dem Buch, oder einen Workshop zu diesem Thema, alternativ auch Vorträge/ Workshops zu „Selbstfürsorge in Alltag und Beruf“, „Mit gutem Gefühl zur Arbeit gehen“, „Wertschätzende Kommunikation im Job“, „Das gute Gefühl als Basis von Gesundheit“, und allem was Sie und Ihre Organisation/ Ihr Unternehmen weiterbringt! Rufen Sie unverbindlich an, wir finden eine passende Methode!

Herzlichst,

Ihre Barbara Hoffmann

Work-Life Balance – ja das gibt’s doch gar nicht.

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Work-Life-Balance. Gibt es das überhaupt?

Das Konzept der „Work-Life-Balance“ plädiert dafür, die entgegengesetzten Bereiche Beruf und Privatleben in ein Gleichgewicht zu bringen. Doch können wir nach Hause kommen und die Arbeit einfach „vergessen“? Oder unsere eigene Persönlichkeit im Job zurückstellen? Die Antwort ist: Nein. Denn der Schlüssel zur Zufriedenheit liegt nicht etwa darin, einen räumlichen, zeitlichen, körperlichen oder seelischen Ausgleich zwischen Arbeit und Leben zu schaffen, sondern eine konstante innere Balance zu halten. So haben wir die Chance, auf ein gesundes, glückliches und ausgefülltes Leben.

Wenn wir über Work-Life-Balance reden, dann geht es im Allgemeinen um das Ziel, Leben und Arbeit in Ausgewogenheit zu bringen. Doch jedem, der beides strikt voneinander zu trennen versucht, fällt auf: So einfach ist das gar nicht. Genau hier liegt das Missverständnis:

Denn Bereiche wie Job und Leben (im Sinne des Privatlebens) sind keine widerstrebenden Felder. Dies wird allein durch die Definition des Begriffs Leben deutlich. Beschrieben wird es als „Zustand, den Lebewesen gemeinsam haben und der sie von toter Materie unterscheidet […].“ (Wikipedia vom 11.07.2016).

Leben & Arbeiten: was heißt das eigentlich?

Betrachten wir ‚Leben‘ im Vergleich zu ‚Arbeit‘ als einen lebendigen (nicht toten) Zustand, müsste im Sinne des Work-Life-Balance-Prinzips ‚Arbeit‘ das Gegenteil von ‚Leben‘ darstellen. Somit wäre der eigene Beruf etwas Totes, Nichtexistentes oder zumindest etwas, was mit dem Leben nichts zu tun hat.

Die Definition des Wortes Arbeit legt jedoch etwas ganz anderes nahe: Sie wird als Tätigkeit verstanden, mit dem wir unseren Lebensunterhalt bestreiten, aber auch als Prozess des Tuns, Handelns und Denkens, der auf ein bestimmtes Ziel ausgerichtet ist. Da nur lebendige Wesen agieren und denken können und diese Eigenschaften ein wesentlicher Teil unserer Arbeit sind, muss Leben im Umkehrschluss Bestandteil der Arbeit sein.

Aspekte wie der Kontakt mit Menschen, der gegenseitige Austausch, Lernen und Weiterentwicklung, Spaß und Freude, Erfolgserlebnisse, Ausprobieren, Sinnstiftung und Abenteuer zähle ich als Coach und Sozialberaterin in einer Rehaklinik genauso zur Arbeit wie zum Privatleben. Sollten wir also wirklich davon ausgehen, dass diese Bereiche nur wenig miteinander zu tun haben? Dann dürften wir das angestrebte Ziel des „Balance-Haltens“ in unserem Leben nicht erreichen.

Was macht uns wirklich krank?

Fotolia|olly

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Das sind ganz sicher nicht allein die Rahmenbedingungen, beispielsweise am Arbeitsplatz. In über 15 Jahren Beratungstätigkeit in der Rehabilitation habe ich mit vielen Menschen gesprochen, die ihren Job nicht mehr als ‚lebendig‘, sondern als einengend, belastend und durchaus krank machend erleben. Im Rahmen der Beratung wurde meist sehr schnell deutlich: Der Grund für diese Gefühle ist selten der Beruf selbst, sondern häufig die eigenen (unerfüllten) Erwartungen an den Arbeitsplatz.

Wenn Arbeitsumfeld, Tätigkeit und Beziehung zum Chef oder den Kolleg/innen nicht mehr den eigenen Vorstellungen entsprechen, wird selten das eigene Verhalten hinterfragt, sondern die Rahmenbedingungen. Aus der eigenen Unzufriedenheit heraus entsteht somit ein Denken, das die Arbeit abwertet. Dieses Denken ist der Grund für ein Unwohlsein.

Zweifelsohne führen schlechte Arbeitsbedingungen wie unzulängliches Führungsverhalten, mangelnde Kommunikation oder unzureichende Wertschätzung dazu, dass viele Menschen ihren Job und ihr Arbeitsumfeld negativ bewerten. An dieser Stelle setzt das Konzept der „Work-Life-Balance“ an.

Unser Unwohlsein ausschließlich auf die Rahmenbedingungen zu schieben, ist für mich allerdings kein hilfreicher Ansatz. Indem wir uns ein Idealbild davon schaffen, wie die Dinge sein könnten, gehen wir in die Denkfalle. Denn die Rahmenbedingungen sind nun einmal so, wie sie sind. Wenn wir beispielsweise weiterhin erwarten, dass wir mehr Lohn, einen freundlicheren Chef oder bessere Kolleg/innen bekommen, werden wir logischerweise unzufrieden und unglücklich. Diesen Umstand kann dann auch ein ausgefülltes Privatleben nicht mehr ausgleichen.

Wie finden wir denn Balance am Arbeitsplatz?

Fotolia | cropped

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Gesünder ist es, bereits am Arbeitsplatz in die Balance zu gehen und damit zu beginnen, die Dinge zu verändern, die uns unwohl stimmen. Da hilft es häufig, zu reden und Missstände anzusprechen. Das bedeuten natürlich nicht, gleich eine Revolte anzuzetteln. Hilfreicher ist es, im Gespräch auf die Augenhöhe zu gehen, die wir auch vom Chef und den Kolleg/innen erwarten, und unsere Wünsche und Bedürfnisse konkret zu formulieren.

Sollten wir uns das allein nicht zutrauen, können wir uns Unterstützung von betriebsinternen oder externen Stellen und Berater/innen suchen. In einem Coaching beispielsweise können wir unsere Verhaltensmöglichkeiten checken und uns dahingehend Feedback holen, ob wir mit dieser oder jener Strategie auf einem zielführenden Weg sind.

Wir haben die Chance, neue Verhaltensmöglichkeiten kennen zu lernen und diese im geschützten Rahmen auszuprobieren. Anstatt die Verantwortung den Rahmenbedingungen zu geben, treten wir die Flucht nach vorn, die aktive und selbstverantwortliche konstruktive Auseinandersetzung an. Möglicherweise bringt eine solche Entwicklung auch eine berufliche Veränderung mit sich. Eine, die wir uns vielleicht schon lange gewünscht haben, oder die aufgrund unserer Gesundheit notwendig oder förderlich wäre.

An einem neuen Arbeitsplatz können wir vielleicht endlich motiviert und neugierig unsere Erfahrungen und Kompetenzen einbringen. Aber auch unsere gute Absicht, an einem gelingenden Miteinander mitzuwirken.

Erst im Ganzen geht es leichter

Zu alt für eine neue Stelle? Diese Angst begegnet mir häufig. Sie ist verständlich, aber oft unbegründet. Veraltet ist eventuell unsere Strategie der Selbstvermarktung! Auch daran können wir arbeiten. Mein Appell an die Menschen, die ich in solchen Fällen berate: „Schicken Sie nicht einfach nur eine Bewerbungsmappe. Gehen Sie in die Offensive und stellen Sie sich sofort persönlich vor, um einen ersten persönlichen Eindruck zu hinterlassen.“

Als Beraterin in der Rehabilitation und als Coach habe ich die Erfahrung gemacht: Work-Life-Balance gibt es nicht. Sicherlich aber eine Life-Balance! Es ist nicht möglich, Menschen in zwei Hälften zu teilen. Durch meine berufliche und persönliche Prägung verstehe ich den Menschen als ganzheitliches Wesen. Wir nehmen uns immer und überall mit hin, mit all unseren Bedürfnissen, Wünschen und Eigenarten und vor allem: mit unseren unterschiedlichen Rollen.

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Meine Vorstellung ist es, ein gesundes Ganzes zu schaffen und all unsere Rollen in Einklang miteinander zu bringen. Wenn es uns gelingt, in diese Richtung umzudenken, (er)leben wir uns in unserer Gesamtheit: authentisch, kongruent, integer und in innerer Balance. Im beruflichen Kontext gilt dann auch: Je mehr wir am Arbeitsplatz zeigen können, was uns kompetent und einzigartig sein lässt, umso eher klappt es auch mit dem Ziel einer ganzheitlichen psychophysischen Gesundheit.

Und wenn Sie gern wissen möchten, wie Sie sich wieder Zeiträume schaffen können für Ihre Tankstellen und Kraftquellen, dann bin ich ebenfalls gern für Sie da.

Ihre Barbara Hoffmann

 

-> Herzlichen Dank an Gaby Rejschek-Wehmeyer und ihre freie Mitarbeiterin Eileen für das Lektorat und die wieder einmal tolle Zusammenarbeit.
-> Diesen Artikel können Sie auch als PDF herunterladen.

„Hilfreiche Kommunikation oder Wie man Missverständnisse vermeidet

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Im ersten Kurzblog über den Witz „Kommunikation oder Die Todesliste“ ging es in aller Kürze über den Mut, Dinge anzusprechen, die einem nicht ganz klar sind.

Da ich in der letzten Zeit immer mehr feststelle, wie wichtig im Allgemeinen wie auch im Speziellen eine genaue Sprache im beruflichen und privaten Alltag ist, möchte ich ein paar Tipps geben, wie es gelingen kann, Missverständnisse zu vermeiden, und damit Kommunikation und Beziehungen positiv zu verändern.

Dabei sind folgende vier Ressourcen sehr hilfreich:

  1. Perspektivenübernahme
  2. Breiter und vielfältiger Wortschatz
  3. Ich-Botschaften
  4. Hilfreiche Grundhaltungen

Das Training dieser Fähigkeiten kann und wird die Kommunikation mit Mitmenschen sehr erleichtern!

1. Perspektivenübernahme

Sich in das Gegenüber und dessen Gefühle hineinversetzen zu können, hilft enorm. Unser Gesprächspartner sieht die Welt nun mal aus seiner Sicht, genauso wie wir die unsrige aus unserer Sicht sehen. Jede Welt-Sicht ist erst einmal in Ordnung, hat ihre Geschichte und ist genauso wenig richtig wie falsch (was auch wiederum eine hilfreiche Grundhaltung ist). Wir betrachten und bewerten die Dinge durch die Brille unserer Erfahrungen.

Wenn wir versuchen, uns die Brille unseres Gegenübers „auszuleihen“ und erst einmal neugierig zu sein auf die Beweggründe des anderen, signalisieren wir ihm: Mir ist wichtig zu erfahren, wie Du das siehst und warum. Dann befinden wir uns auf Augenhöhe und stellen nicht unsere Ansicht und Erfahrungen über die des Menschen, mit dem wir im Dialog sind.

Interesse, Neugier und Offenheit für den anderen bewirken hier sehr viel.
Prima Nebeneffekt: Wir können viel dabei lernen!

2. Breiter und vielfältiger Wortschatz

Es ist ungemein hilfreich, über einen großen Wortschatz zu verfügen. Insbesondere im Bereich der Gefühlsbegriffe und im Bereich von Adjektiven/ Adverben.

Das ist ein Bereich, über den man ohne Weiteres eine ganze Bildungswoche füllen könnte. Ich erlebe in meinen Begegnungen am Arbeitsplatz oder natürlich auch privat, dass es mir wesentlicher leichter fällt, Kommunikation konstruktiv und positiv zu gestalten, wenn ich Sachverhalte, emotionale Zustände, Prozesse, Meinungen, interaktive wie auch intrapersonale Dynamiken usw. genau benennen kann.

Eigentlich ist es ja logisch – je mehr Wörter man kennt, desto besser lassen sich Dinge erfassen. Aber wir benötigen auch einen guten Zugriff darauf. Es nützt nichts, alle möglichen Wörter mal gehört zu haben. Nur indem wir immer und immer wieder im Gespräch sind, Sprache aktiv, bewusst und lebendig gestalten, können wir diese für uns weiterentwickeln, und unsere Kommunikation mit dem Mittel des gesprochenen Wortes positiv gestalten. Alles steht und fällt mit den Worten, die wir wählen. Worte können verletzen, zerstören und behindern, und sie können auch wärmen, heilen und bereichern! Mit einer positiven und konstruktiven Kommunikation gestalten wir all unsere Beziehungen. Dreimal dürfen Sie nun raten, wie sich diese wohl entwickeln könnten, wenn wir mit einer lebendigen Wortwahl, ja „Wortwelt“ arbeiten!

3. Ich-Botschaften

Ebenfalls ein Thema, mit dem wir uns auch in aller Ausführlichkeit beschäftigen könnten. Hier nur ein paar Gedanken. Wir kennen alle den Satz „Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es hinaus“. Wir fordern gern, kritisieren, wollen anderes Verhalten sehen, sind meist nach außen gerichtet usw. Einfach mal den Spieß umdrehen: Wollen wir, dass mit uns so gesprochen wird? Nur wenn WIR beginnen, so zu sprechen wie wir es uns von anderen wünschen, ERST DANN wird sich unsere Kommunikation verändern. Niemand ist es uns schuldig, sich uns gegenüber zu verändern. Wenn wir uns wünschen, dass sich unsere Kommunikation positiv verändern soll, geht es nur über den Weg, dass wir auch damit beginnen. Dass wir selbst die Verantwortung in die Hand nehmen und sagen: Jetzt! Ich will, dass etwas anders läuft, also sorge ich nun auch dafür und erwarte es nicht mehr von den anderen. Denn da könnten Sie möglicherweise lange warten und darüber unglücklich und verbittert werden. Wollen Sie das? – Eben. Also: Bleiben Sie bei sich und dem was Sie selbst denken und fühlen. Und nur das kommunizieren Sie Ihrem Gegenüber.

Anklagen und Forderungen bringen rein gar nichts. Denken Sie daran: Sie und Ihre Worte gestalten die Kommunikation. Und: Es ist eine Sache der Gewöhnung, und im Prozess der Gewöhnung fühlt es sich komisch an (wie beim Autofahrenlernen), aber auch mit kleinen Schritten kommen wir ans Ziel.

Probieren Sie es aus. Und wenn Sie nicht weiterkommen, rufen Sie mich an.

4. Hilfreiche Grundhaltungen

Allem was wir denken, sagen und tun, liegen Grundhaltungen und Wertvorstellungen in Form von Gedanken zugrunde.

Bei als schwierig empfundener Kommunikation sind häufig – bewusst oder unbewusst – Grundhaltungen von „ich bin nicht gut genug“, „wie man es macht ist es verkehrt“, „dauernd werde ich …“ oder ähnliche Gedanken am Werk. Meist haben vergangene Erfahrungen diese Grundannahmen hervorgebracht. Aber es muss ja nicht für immer so weitergehen. Wenn Sie als erwachsener Mensch sich wünschen, dass sich die Kommunikation zwischen Ihnen und Ihren Mitmenschen, oder einem ganz bestimmten, positiv verändern soll, brauchen Sie entweder gar keine Grundhaltungen, also eine Loslösung von Erwartungen an die Kommunikation, oder, noch besser, weil dies auch Ihre eigene Kommunikation  positiv zu verändern vermag, hilfreiche Grundhaltungen. Diese könnten sein: „Ich höre erst einmal, was XY mir zu sagen hat.“, oder „Ich bin sicher dass ich meine Gedanken gut anbringen kann.“, oder „Meine Gedanken sind gut genug“, etc.

Vielleicht könnten folgende Grundhaltungen besser beschreiben, wie es gehen kann, z.B.:

Wertschätzung meiner eigenen Gedanken und Erfahrungen

Wertschätzung der Gedanken und Erfahrungen des Gegenübers

Neugier, Offenheit

Verständigung ist wichtiger als Bewertungen (Vorstellungen von „richtig“ und „falsch“ beiseite rücken, die dürfen mal zuschauen und sich ausruhen ;) )

Augenhöhe ist wichtig – keiner in der Interaktion ist mehr oder weniger wertvoll als der andere, oder noch besser: Jeder ist gleichermaßen wertvoll.

Viele hilfreiche Gedanken und Grundhaltungen finden Sie im übrigen auch in meinem Buch „Gedankentausch – Wie Sie Ihre Gedanken positiv verändern können“.

Meiner Erfahrung nach gibt es noch weitere Bereiche, die uns helfen, unsere Kommunikation zu verändern. Ich denke, dass diese mit die wichtigsten sind, um es auch hier nicht zu lang werden zu lassen.

Haben Sie Fragen? Anregungen? Wünsche? Als „WorkShopping-Queen“  konzipiere ich gerne ein Angebot oder unterstütze Sie ganz konkret bei der Gestaltung Ihrer Kommunikation am Arbeitsplatz oder im Privatleben.

Herzlich,

Barbara Hoffmann

Positive Gedankenmuster – wozu?

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Im Grunde ist es so:

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Wenn wir unsere Gedankenwelt ein wenig aufräumen und pflegen, so wie wir täglich unser Äußeres pflegen, leisten wir einen grundlegenden Beitrag dafür, dass sich alle Lebensbereiche, über die wir etwas denken, positiv entwickeln können.

Beispiel:
Denken wir in Strukturen von Forderungen („Der muss aber…“), Opferdasein („Da wird man noch bestraft“), Schuldzuweisungen („Meine Mutter/ mein Chef/ meine Firma… ist schuld, dass ich…“), Katastrophisierungen („Nichts ist schlimmer als….“) oder düsteren Zukunftsprognosen („Die Welt ist total aus den Fugen und es wird immer schlimmer“), beeinflussen diese Grundhaltungen auch das, was wir des Weiteren vom Leben erwarten.

Denken wir aber in Konzepten von Selbstvertrauen („Auch das kriege ich hin“), Gönnertum und Gelassenheit(„Leben und leben lassen“), Selbstverantwortung („Jetzt gestalte ICH mein Leben/ meine Arbeit/ meine Beziehung(en)“), Dankbarkeit („Ich bin so dankbar für…“) und anderen lebensbejahenden Mustern, verändert sich unser Leben und das, was wir emotional erleben.

1. Unsere Kommunikation

Gute Gedanken beeinflussen unsere Kommunikation, weil das, was wir denken, von uns in gesprochene Sprache umgewandelt wird. Daher ist es sinnvoll, Gedanken der Wertschätzung, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, aber auch der sorgsamen Abgrenzung in Form achtsamer Ich-Botschaften zu trainieren. Was wir sprechen, sind immer ausgesprochene Gedanken! Wie wir unsere Gedanken pflegen und konstruktiv trainieren können, habe ich in „Was ist positives Denken?“ und in meinem Buch Gedankentausch beschrieben.

2. Unsere Beziehungen zu unseren Mitmenschen

Zu jedem Menschen in unserem Leben stehen wir in einer bestimmten Beziehung. Zu unserem Partner/ unserer Partnerin, unseren Freunden, unseren Kindern, Verwandten, Vorgesetzten/ Kollegen/ Mitarbeitern, zur Bäckereiverkäuferin um die Ecke, und viele mehr. Diese Beziehungen sind so bunt und unterschiedlich wie das Leben selbst. Gelingt es uns, so über unsere Mitmenschen zu denken, dass wir sie so sein lassen können wie sie sind (sie sollen uns ja auch so sein lassen wie wir sind, oder sein wollen), dann gestaltet sich auf der Basis unserer freundlicheren Gedanken, auch die Kommunikation mit diesen Menschen ganz anders! Möchten wir nicht auch, dass man mit uns selbst wertschätzend und auf Augenhöhe kommuniziert?

Meine Empfehlung: Machen Sie den Anfang und rufen Sie so in den Wald hinein, wie Sie das Herausschallen sich wünschen. So herum funktioniert es. Erwarten Sie den ersten Schritt nicht von den anderen. Übernehmen Sie die Verantwortung für Ihren Anteil an der Beziehungsgestaltung (immerhin 50%) zu Ihren Mitmenschen – und ich verspreche Ihnen, dass sich eine positive Veränderung einstellen wird.

3. Die Beziehung zu uns selbst

Gelingt es uns, auf der Basis guter Gedanken unsere Kommunikation zu beeinflussen, und unsere Interaktionen mit unseren Mitmenschen anders zu gestalten, tut sich auch etwas bei uns selbst. Denn mit positiveren Gedanken können wir die Kommunikation mit uns selbst gelingender gestalten.

Wir erkennen, dass wir in der Lage sind, unser Leben selbstwirksam zu verändern. Das gibt enorm Selbstvertrauen und stärkt unsere Beziehung zu uns selbst, weil sich unsere Gedanken über uns selbst zu verändern beginnen. Und dieser „mentale Unterbau“ mit all seinen Grundhaltungen und Einstellungen, die wir uns aneignen beziehungsweise die unser Leben prägen, hat immer Auswirkungen auf alles in unserem Leben.

5. Unsere Erfolge im Arbeitsleben

Geht es uns gut mit uns und mit unseren Mitmenschen, sind wir viel besser in der Lage, auch beruflich erfolgreich zu sein. Die Kommunikation mit unseren Kollegen, Vorgesetzten oder Mitarbeitern – auf der Basis gesunder Gedanken – gestaltet sich wertschätzender, auf Augenhöhe und gleichberechtigter. Bis hierhin ist es allerdings schon ein gutes Stück Weg. Doch es lohnt sich.

Das gilt insbesondere für Menschen ohne (vergütete) Arbeit. Denn wer sich mental nicht zum Opfer (von Behörden etc.) macht, sondern selbstwirksam sein kann, der landet immer positiv beim Menschen der ihm gegenübersitzt, denn dieser könnte eine entscheidende Rolle für die nächsten Entwicklungen spielen…

5. Unsere Gesundheit

Eigentlich ganz klar. Sobald es uns gut geht – was wir ja im Grunde alle für uns beanspruchen wollen – sind wir gesünder. Wenn wir gesunde, selbstwirksame, konstruktive, lebendige, neugierige, dankbare und lösungsorientierte Gedankenmuster in uns entwickeln, strahlen wir dies auch als Einstellung aus. Selbst in der Forschung kann immer häufig gezeigt werden, welchen Einfluss unsere Gedanken auf unsere Gesundheit haben. Und natürlich – wenn es uns mit uns selbst, unseren Beziehungen und in unseren unterschiedlichen Lebensbereichen gut geht, dann beeinflusst das ganz wesentlich unsere Gesundheit. Denn schlechte Gefühle – hervorgerufen durch entsprechend ungute Gedanken und Bewertungen, ziehen uns immer herunter und schränken uns in unseren Möglichkeiten ein, während positive Gedankenstrukturen uns öffnen und unseren Blick für die vielen guten Aspekte in den Dingen schärfen. Wenn das nicht gesund ist…!

Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit und viele gute und wirklich hilfreiche Gedanken,

Ihre Barbara Hoffmann