Mein knallroter springender Punkt

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… oder wie aus dem Buchprojekt über „Gutes Arbeiten“ etwas ganz anderes wurde…

 

Es war 2016, als ich mich mit einem Buchprojekt zu guten Arbeitsbedingungen zu beschäftigen begann. Und es war erst kürzlich in 2018, als ich die Entscheidung traf, es in der geplanten Form nicht umzusetzen, sondern es in eine neue Form einfließen zu lassen.

Im Nachhinein weiß ich, dass ich damals einfach nur noch unzufrieden war in meinem Job. Das heißt – bei meinem letzten Arbeitgeber. Die Arbeit an sich, eine Beratungstätigkeit in einer psychosomatischen Rehaklinik, war prima und ich war mit dem was ich konnte, dachte und fühlte, genau richtig eingesetzt. Aber ich war schon über 16 Jahre im Bereich Reha, über 10 Jahre bei dem Arbeitgeber, als ich merkte, dass „Gutes Arbeiten“ für mich viel mehr bedeutete und beinhaltete, als ich in den letzten Jahren dort erlebte. Richtig eingesetzt zu sein brachte mir nichts mehr.

Echte menschliche Begegnung  und Authentizität, Würde und gegenseitige Wertschätzung waren selten geworden. Und so fehlte es auch mir selbst an echter Beziehung, Begegnung, Spaß und Freude im Alltag. Außerdem förderten die dortigen Strukturen keine Verantwortungsfreude, sondern Opferhaltungen und das Abschieben eigener Verantwortung auf „die anderen“. Kennen Sie das auch?

Mein eigenes „Gutes Arbeiten“ war also nicht mehr gegeben, und ich sehnte mich nach einem guten Arbeitsumfeld. In der Zeit des Suchens damals entstand jedenfalls mein Wunsch-Buchprojekt über „Gutes Arbeiten“. Ich erstellte eine wie ich finde, gute Online-Umfrage mit Fragen zu Arbeitsbedingungen, Erwartungen, Veränderungen, und Werten.
An die 150 Personen hatten sich begeistert daran beteiligt. Auch führte ich persönliche Interviews mit einigen Menschen. Sogar eine renommierte Firma aus Bielefeld (comspace) arbeitete mit mir zusammen.

Und jetzt? Sollte alles umsonst gewesen sein?
Mich plagte ein schlechtes Gewissen, hatten sich all diese Menschen doch extra Zeit genommen, Interesse an meinem Projekt bekundet, Fragen aus dem Online-Fragebogen oder im Interview beantwortet und mir ganz viele unglaublich wertvolle Informationen aus ihren Erfahrungsbereichen geschenkt! Wie sollte ich ihnen gegenüber treten? Ich hatte den (wenig hilfreichen) Gedanken, diese Menschen enttäuscht zu haben. Sie hatten mir ihre Zeit und ihre Gedanken geschenkt, in der Annahme, einen wertvollen Beitrag leisten zu können. Den ich ihnen nun nicht mehr ermöglichen konnte.

Aber ich wollte und konnte nun auch nicht aus einem Verpflichtungsgefühl heraus das Buch über Gutes Arbeiten schreiben…

Ich wollte – und will nun heute – absichtlich mit einem guten Gefühl schreiben.
Über Glück, Lebenszufriedenheit, Arbeitszufriedenheit (denn diese steckt in der Lebenszufriedenheit drin), Selbstwirksamkeit und aktiver Lebensgestaltung.

Warum?

Weil immer der Fokus ausschlaggebend ist! Ich möchte meinen Fokus weiterhin auf die guten Dinge des Lebens gerichtet halten und nicht auf das, was nicht gut läuft. Das können die meisten anderen sehr gut. Auch ich habe es probiert, doch es bringt mir nichts. ;-)

Ich wusste, dass darin der Schlüssel zur Veränderung für mich lag. Es galt, einen guten Zustand in mir wieder zu erreichen. Was ich auch schaffte. Dank meiner Familie, ein wenig professioneller beraterischer Unterstützung, und Dank meiner immer konkreteren Vorstellung davon, wie „gutes Arbeiten“ für mich selbst aussehen sollte! Schließlich fand ich meine jetzige Stelle in einem großartigen Team mit einer tollen Teamleitung und mit spannenden, herausfordernden Aufgaben, und sehr sehr vielen Gestaltungsmöglichkeiten. Genau meiner Vorstellung entsprechend, genau wie ich es haben möchte.

Um den Zeitpunkt des Stellenwechsels jedenfalls packte mich eine sehr kraftvolle Idee, die ich bereits umsetzen konnte und die nun sehr im Wachsen begriffen ist.

Ich gründete „Das Glückscafé“!

Das Glückscafé ist ein Treffpunkt, ein offener Begegnungsraum für Menschen, die sich damit beschäftigen und gemeinsam darüber austauschen möchten, was im Alltag stärkt. Und was Interaktion und Kommunikation stärkt und wertvoll werden lässt.
Es ist ein Netzwerk für positive Verbindungen und Veränderungen, mit Menschen, denen ein konstruktiver Blickwinkel auf das Leben wichtig ist. Und davon lerne ich seither immer mehr kennen! Wir sind so viele!
Ein bewusst positiver, wertschätzender und unterstützender Umgang miteinander steht im Mittelpunkt der Treffen. Wertschöpfung ist ein Ziel der Treffen, im Sinne von Wertschätzung, Toleranz, Achtsamkeit, Selbstfürsorge, eben alles was sich gut anfühlt (und anderen Menschen nicht schadet). Und ganz viel Humor, Leichtigkeit und Lachen!

Das Glückscafé besteht nun seit einem halben Jahr, das Interesse wird größer, immer mehr Menschen möchten sich mit mir vernetzen und im Sinne von Lebenszufriedenheit, Glück und einem guten Miteinander aktiv und wirksam sein.

Und ich erkenne sonnenklar, dass ich in meinem Leben etwas verändern, eine nachhaltige, positive Spur ziehen und irgendwann einmal hinterlassen will.
Menschen die mich kennen, sagen meist, dass ich das doch sowieso tue, einfach weil ich da bin und weil ich bin wie ich bin. Sonnig, ansteckend, herzlich, positiv. Kompetent, erfahren, bewusst, kreativ, kommunikativ.
Und das Schöne dabei: Ich fühle mich wohl so, wie es ist, und auch wie ich jetzt bin. Denn ich bin dann am besten und am kraftvollsten, wenn ich so richtig ich selbst bin. Mit allem was mich ausmacht. Ich find mich wieder richtig gut. Es sei denn mein Zyklus hat gerade seine fünf Minuten.

Und deshalb, weil ich nicht nur diese berufliche Krise, sondern auch andere Tiefs in meinem Leben aktiv bewältigt habe, wie Sie und Du und andere, möchte ich das Zwischenergebnis nun weitergeben. Indem ich es aufschreibe.

Das Zwischenergebnis heißt: Ja, es GIBT „glückliches Leben“.
Es gibt „Glück“!
Glück hat – zum Glück – ganz viele Gesichter. Mal ist es ein kleiner Moment, mal ein glücklicher „Zufall“, eine schöne Begegnung, ein Fund, ein schönes Ereignis, aber es ist auch eine Entscheidung und eine innere Einstellung. Glück passiert, wenn wir uns auf die Dinge, die gut laufen, fokussieren. Wenn wir uns darauf ausrichten und daran glauben, dass es das für uns gibt. Und wenn wir anfangen, an uns selbst zu glauben. Der Fokus macht’s!

Das Leben ist nicht perfekt. Aber es ist „perfekt unperfekt“, wie meine Freundin und Kooperationspartnerin Stephanie Müller-Kok immer so schön sagt. Und wir haben es in der Hand, dieses eine Leben aktiv zu gestalten und immer wieder kleine oder große oder überhaupt Glücksmomente aufzusuchen.

Jedenfalls komme ich vom Buch über „Gutes Arbeiten“ nun zu einem Buch über Glück, aktive und bewusste Lebensgestaltung, „Gutes Arbeiten“ (!), und alles wofür sich das Leben lohnt!

Und im Schreibcoaching mit und bei Gabriele Rejschek-Wehmeyer aus Bielefeld, habe ich meinen kleinen Reisegefährten kennengelernt. Es war in einer kreativen Schreibübung versteckt, als ich merkte, dass mein Wille zum Glück und zum Erschaffen von Frieden in meiner kleinen Welt, ein roter Gummiball ist. Ja, klingt total verrückt, aber es gibt ihn wirklich. Zunächst in meiner Phantasie – und was kann realer sein als die Welt der Phantasie und der emotionalen Gedanken – und jetzt bei mir!
Ich habe mich in der realen Welt auf die Suche nach ihm begeben und er liegt jetzt vor mir: Knallrot, 6 Zentimeter im Durchmesser, kann hüpfen und er sagt mir immer wieder, was mir wirklich wichtig ist. Und das wird er auch in meinem neuen Buchprojekt tun, denn ich begebe mich mit ihm zusammen auf eine Reise. Lasst Euch überraschen, was er zu sagen hat. ;-)

Mein springender Punkt.

Auf diese Reise bin ich eigentlich sogar selbst sehr gespannt, denn ich habe im Grunde noch keine Ahnung, wo sie mich entlang- und hinführt!

Aber wie das bei den besten Reisen meist ist – erst einmal losgehen ist das Wichtigste. Anfangen. In Bewegung kommen. Und der Weg schiebt sich beim Gehen unter die Füße.

Also packe ich, mental gesehen, meine „sieben Sachen“ und los geht es.

Wer kommt mit?

Gern halte ich Euch auf meinem Blog und auf dem Blog meiner Kooperationspartnerin Gabriele Rejschek-Wehmeyer, auf dem Laufenden! Ihr danke ich von Herzen, dass sie mit mir den Weg zum inspirierten, mutigen, authentischen und lebendigen Schreiben wieder freigeräumt hat!

Und insofern haben die Umfrage- und Interviewteilnehmenden einen sehr wertvollen Beitrag geleistet, wenn auch anders als beabsichtigt und geplant. Von Herzen Dank!

Herzlich,

Eure Barbara Hoffmann


 

 

 

 

Wie ich für ein paar Zigaretten die Sonne bekam

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… oder wie die kleinen Dinge Spuren hinterlassen können

Es war auf dem Kirschblütenfest in Enger 2018. Das Kirschblütenfest ist eine kleine aber feine Frühlingskirmes der Stadt Enger im Kreis Herford.

Ich war mit meiner Familie dort (Ehefreund und gemeinsame Tochter), und wir hatten vor, viel Spaß zu haben.

Im Twister juchzte ich lauter als unsere Tochter, die eher darauf bedacht war, cool zu wirken (mit 7 Jahren, nee ist klar). Im Autoscooter durfte sie, neben meinem Mann sitzend, ans Lenkrad. Sie fuhren viermal und mit konzentriert in den Mundwinkel gesteckter Zunge, fuhr sie sicher und geschickt durch die Lücken, und ging gelassen und voller Spaß damit um, wenn sie gerammt wurden oder es mal kurz wegen „Stau“ in einer Ecke nicht weiterging.

In einem Simulationsfahrgeschäft ging es durch eine gruselige Mine. Man schaute mit 8 anderen Menschen in einem wohnzimmergroßen Kasten auf eine kleine Leinwand, der sich, je nach Szene, gefährlich neigte, stark ruckelte und nach vorne oder hinten kippte. Ich, ganz Glucke, wollte meinen Arm um meine Tochter legen, damit sie von den heftigen Bewegungen des Kastens in dem wir saßen, nicht von ihrer Sitzbank kippte, aber sie starrte gebannt und grinsend auf die Leinwand und genoss sichtlich das Erlebnis. Klasse war es!

Im Atelier „Andrea malt“, das einer sehr lieben, mir bekannten Unternehmerin gehört, konnten wir uns kreativ betätigen und für ein von ihr geplantes Buch mit geplanten mindestens 40 kreativen Seiten, malen oder schreiben.

Schaufenster Atelier „Andrea malt“, 29.04.2018

Mein Mann und unsere Tochter malten sehr lebendige Kreationen, ich schrieb ein zweiseitiges Gedicht. Was für eine Freude – in dem ganzen Trubel zu schauen, was das eigene Herz gerade ausdrücken möchte.

Auch auf einem Trampolin mit Gurt konnte unsere Tochter  so hoch hüpfen wie es auf dem Gartentrampolin nicht möglich ist, und mehrere Rückwärtssaltos präsentieren, ohne das jemals geübt zu haben.

Und da nahm es seinen Lauf
Während sie so hüpfte, nahm ich einen ausgeprägten Jieper nach einer Zigarette bei mir wahr. Ich hatte meine Zigaretten jedoch zuhause liegen lassen, in der Annahme, dafür auf dem Kirschblütenfest überhaupt keine Gelegenheit zu haben. Da ich nicht so viel rauche, ging ich davon aus, einige Stunden sehr gut aushalten zu können. Aber wie es immer genau dann regnet wenn man gerade keinen Schirm dabei hat, kam der Schmacht natürlich während unsere Tochter ihre Saltos hinlegte.

Mein Mann war so herzig und schnorrte bei einem anderen Besucher eine Zigarette für mich ab. Der Gute. Ich stellte mich also an den Rand des Geschehens, um mit dem Rauch mein Umfeld möglichst wenig zu belästigen.

Ich stand an einer Reihe von Heuballen, auf denen ein Aussteller seine Gartenaccessoires aufgebaut und drapiert hatte. Handgeschmiedete Eisenfiguren an Eisenstangen, die man ins Blumenbeet oder einen größeren Topf stecken kann. Sonnen, Blumen, Vögel, sowas eben.

Diese Aufbauten im Rücken genoss ich den Blick auf Tochter, Getümmel, Mann und Freunde, die wir inzwischen getroffen hatten.

Plötzlich wurde ich von hinten angesprochen.
„Guten Tag, darf ich Sie gerade aufmerksam machen? Sie stehen direkt an den Heuballen, nicht dass Sie gleich einen warmen Hintern bekommen, wegen Ihrer Zigarette.“

Ich drehte mich um, und sah einen freundlich lächelnden Mann um die 60. Wir kamen in ein lockeres Gespräch, in dem wir die von mir bereits wahrgenommene Gefahr eines Brandes erörterten, und unterhielten uns weiterhin über die Produkte dort, bei denen er „nur“ den Vertrieb mache, aber ein Freund würde sie herstellen, und er sei auch auf der Landesgartenschau in Bad Iburg dieses Jahr und so weiter.

Er fragte mich schließlich, ob er wohl eine Zigarette von mir bekommen könne. Er komme nicht weg bis zum Abend und habe keine mehr, ob ich ihm wohl eine geben würde. Ich lachte und sagte, dass ich meine auch nur jemand anderem abgeschnorrt hätte, nicht einmal selbst sondern durch meinen Mann, und ihm sehr gern eine abgeben würde, aber ich hätte leider selbst keine dabei. Wir lachten gemeinsam und ich versprach, wenn ich noch an Zigaretten kommen würde, dann nochmal vorbeizukommen.

Wir beendeten das Gespräch, weil meine Familie und unsere Freunde schon weitergegangen waren zum nächsten Fahrgeschäft.
Ich glaube, dass er davon ausging, dass es ein Lippenbekenntnis von mir war, nochmal vorbeizukommen.

So kann es gehen…
Weil es einfach ein netter Kontakt war, so wie ich es aus Irland oder Schottland kenne, wo man das meint was man sagt, und auch ohne Handschlag, ganz unbürokratisch, Verbindlichkeit lebt, nahm ich mir vor, dass ich ihm, egal woher, noch einen Vorrat vorbeibringen würde, der bis zum Abend reichen würde.

Ich folgte Familie und Freunden, und nach kurzer Zeit war auch für uns der Kirmesnachmittag beendet. Auf der Heimfahrt informierte ich meinen Ehefreund, dass ich gern nochmal losfahren wolle um dem Mann einfach noch ein paar Zigaretten zu bringen. Mein Mann kennt meine gern mal etwas untypischen Ideen und Aktionen schon, und wusste ja auch, dass er mir vertrauen kann.

Ich steckte zuhause also eine halbvolle Schachtel Zigaretten ein und fuhr nochmal zum Kirschblütenfest, es war ja quasi um die Ecke.
Innerlich grinsend ging ich zu dem Platz, an dem das Trampolin und der Angebotsbereich der Gartenaccessoires standen.

Als der Mann (ich weiß seinen Namen nicht) mich erblickte und wiedererkannte, gab ich ihm die Schachtel mit den 7-8 Zigaretten und sagte, dass die hoffentlich bis zu seinem Feierabend reichen würden und er sie hoffentlich auch einigermaßen möge.
Und – yes – er war total von der Rolle!

Er bedankte sich ein wenig fassungslos, rief: „Sie sind ja ein Engel!“, hatte seine Fassung aber schnell wieder, als ich sagte: „Danke, das weiß ich. Es muss schließlich auch kleine Wunder im Alltag geben.“

Die Sonne
Ich bekam eine „rostige Sonne am Stiel“ zum Dank, für unseren Garten. Damit für mich immer die Sonne scheine.
Ich sagte zwar, dass ich ihm einfach so aus lauter Lebensfreude die Zigaretten habe schenken wollen, aber ich glaube, ich hätte mich auch nicht abbringen lassen, einem lieben Menschen etwas von mir „zurück“ schenken zu wollen.

Ja, und so kam ich auf dem Kirschblütenfest Enger einfach so zu einer wunderschönen rostigen Sonne, die mich nun immer daran erinnern wird, dass es nicht weh tut, sondern im Gegenteil Spuren der Menschlichkeit hinterlässt, wenn man einfach mal spontan eine freundliche Geste vom Stapel lässt.

Denn jede Geste der Menschlichkeit zählt. Ob zwischen Freunden oder Fremden.
Und…
„Wenn viele kleine Menschen an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können sie das Gesicht der Welt verändern.“ (aus Afrika)

Fünf gute Gründe für mentale Prävention

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Wieder so ein Artikel über positives Denken? Jupp! ;-) Weil es hilft und weil immer mehr Menschen auf der Suche danach sind. (Erlebe ich regelmäßig anhand der Nachfrage nach meinen Lesungsvorträgen und Workshops zum Thema.)

Ja, natürlich darf man sich schlecht fühlen und auch „Pestlaune“ schieben. ;)
Und es gehört zum GESUNDEN Spektrum dazu, auch mal krause Gedanken und Gefühle zu haben!

Je mehr unterschiedliche Gefühlsqualitäten wir erleben können, desto gesünder sind wir. Also alles gut. Nur was tun, damit die düsteren und krausen, evtl. selbstabwertenden Gedanken nicht überhand nehmen?

Dann ist es gut, sich präventiv mit positiven Gedanken und hilfreichen mentalen Bewertungen zu beschäftigen.

Im Grunde ist es so:

Wenn wir unsere Gedankenwelt ein wenig aufräumen und pflegen, so wie wir täglich unser Äußeres pflegen, leisten wir einen grundlegenden Beitrag dafür, dass sich alle Lebensbereiche, über die wir etwas denken, positiv entwickeln können. Denken wir in Strukturen von Forderungen („Der muss aber…“), Opferdasein („Da wird man noch bestraft“), Schuldzuweisungen („Meine Mutter/ mein Chef/ meine Firma… ist schuld, dass ich…“) oder Katastrophisierungen („Nichts ist schlimmer als….“) oder düsteren Zukunftsprognosen („Die Welt ist total aus den Fugen und es wird immer schlimmer“), beeinflussen diese Grundhaltungen auch das, was wir des Weiteren vom Leben erwarten.

Denken wir aber in Konzepten von Selbstvertrauen („Auch das kriege ich hin“), Gönnertum und Gelassenheit(„Leben und leben lassen“), Selbstverantwortung („Jetzt gestalte ICH mein Leben/ meine Arbeit/ meine Beziehung(en)“), Dankbarkeit („Ich bin so dankbar für…“) und anderen lebensbejahenden Mustern, verändert sich unser Leben und das, was wir emotional erleben.

Und zwar dann, wenn wir das bewusst und so regelmäßig tun, dass sich neue Gedankengewohnheiten bilden können! Denn alles was wir 100x BEWUSST (positiv) denken, wird zur Gedankengewohnheit und wirkt dann – endlich – kraftvoll von innen, und wirkt dann in folgenden Bereichen:

  1. Unsere Kommunikation

Gute Gedanken beeinflussen unsere Kommunikation, weil das, was wir denken, von uns in gesprochene Sprache umgewandelt wird. Daher ist es sinnvoll, Gedanken der Wertschätzung, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, aber auch der sorgsamen Abgrenzung in Form achtsamer Ich-Botschaften zu trainieren. Was wir sprechen, sind immer ausgesprochene Gedanken! Wie wir unsere Gedanken pflegen und konstruktiv trainieren können, habe ich in „Was ist positives Denken?“ und in meinem Buch Gedankentausch beschrieben.

  1. Unsere Beziehungen zu unseren Mitmenschen

Zu jedem Menschen in unserem Leben stehen wir in einer bestimmten Beziehung. Zu unserem Partner/ unserer Partnerin, unseren Freunden, unseren Kindern, Verwandten, Vorgesetzten/ Kollegen/ Mitarbeitern, zur Bäckereiverkäuferin um die Ecke, und viele mehr. Diese Beziehungen sind so bunt und unterschiedlich wie das Leben selbst. Gelingt es uns, gedanklich ein wenig locker zu lassen und unsere Mitmenschen auch so sein zu lassen wie sie sind (sie sollen uns ja auch so sein lassen wie wir sind, oder sein wollen), dann gestaltet sich auf der Basis unserer freundlicheren Gedanken, auch die Kommunikation mit diesen Menschen ganz anders. Möchten wir nicht auch, dass man mit uns selbst wertschätzend und auf Augenhöhe kommuniziert?

Mein Rat: Machen Sie den Anfang und rufen Sie so in den Wald hinein, wie Sie das Herausschallen sich wünschen. So herum funktioniert es. Erwarten Sie den ersten Schritt nicht von den anderen (und sind dann beleidigt oder gekränkt wenn sie es nicht tun). Übernehmen Sie die Verantwortung für Ihren Anteil an der Beziehungsgestaltung (immerhin 50%) zu Ihren Mitmenschen – und ich verspreche Ihnen, dass sich eine positive Veränderung einstellen wird!

  1. Unsere Beziehung zu uns selbst

Gelingt es uns, auf der Basis guter Gedanken unsere Kommunikation zu beeinflussen, und unsere Interaktionen mit unseren Mitmenschen anders zu gestalten, tut sich auch etwas bei uns selbst. Denn mit positiveren Gedanken können wir auch die Kommunikation mit uns selbst gelingender gestalten.

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Wir erkennen, dass wir in der Lage sind, unser Leben selbstwirksam zu verändern. Das gibt enorm Selbstvertrauen und stärkt unsere Beziehung zu uns selbst, weil sich unsere Gedanken über uns selbst zu verändern beginnen! Und dieser „mentale Unterbau“ mit all seinen Grundhaltungen und Einstellungen, die wir uns aneignen beziehungsweise die unser Leben prägen, hat immer Auswirkungen auf alles in unserem Leben.

Auch wenn Selbstgespräche verpönt sind: Positive (und sich selbst bestärkende) Selbstgespräche setzen enorme Kräfte frei!

  1. Unsere Erfolge im Arbeitsleben

Geht es uns gut mit uns und mit unseren Mitmenschen, sind wir viel besser in der Lage, auch beruflich erfolgreich zu sein. Die Kommunikation mit unseren Kollegen, Vorgesetzten oder Mitarbeitern – auf der Basis gesunder Gedanken – gestaltet sich wertschätzender, auf Augenhöhe und gleichberechtigter. Bis hierhin ist es allerdings schon ein gutes Stück Weg. Doch es lohnt sich.

Für Menschen in abhängiger Beschäftigung gilt dies ebenso wie für Selbstständige, Freiberufler und Unternehmer, aber auch für Menschen ohne Arbeit. Denn wer sich mental nicht zum Opfer (von Kunden, Auftraggebern, Behörden, Arbeitsvermittlern, Jobcentern, etc.) macht, sondern selbstwirksam sein kann, der landet immer positiv beim Menschen der ihm gegenübersitzt, denn dieser könnte eine entscheidende Rolle für die nächsten Entwicklungen spielen…

  1. Unsere Gesundheit

Eigentlich ganz klar. Sobald es uns gut geht – was wir ja im Grunde alle für uns beanspruchen wollen – sind wir gesünder. Wenn wir gesunde, selbstwirksame, konstruktive, lebendige, neugierige, dankbare und lösungsorientierte Gedankenmuster in uns entwickeln, strahlen wir dies auch als Einstellung aus. Selbst in Forschung und Therapie wird immer häufig gezeigt, welchen Einfluss unsere Gedanken auf unsere Gesundheit haben. Und natürlich – wenn es uns mit uns selbst, unseren Beziehungen und in unseren unterschiedlichen Lebensbereichen gut geht, dann beeinflusst das ganz wesentlich unsere Gesundheit. Denn schlechte Gefühle – hervorgerufen durch entsprechend ungute Gedanken und Bewertungen, ziehen uns immer herunter und schränken uns in unseren Möglichkeiten ein, während positive Gedankenstrukturen uns öffnen und unseren Blick für die vielen guten Aspekte in den Dingen schärfen. Wenn das nicht gesund ist…!

Interesse? 

Lassen Sie uns drüber reden! Am Telefon, auf einem meiner nächsten Lesungsvorträge, persönlich oder wie auch immer! Ich freue mich, einen Funken überspringen zu lassen!

Und wenn Sie möchten, habe ich unterschiedliche Möglichkeiten im Angebot, gute Gedanken zu unterstützen. Angefangen mit meinem Buch „Gedankentausch“, einem interaktiven Lesungsvortrag aus dem Buch, oder einen Workshop zu diesem Thema, alternativ auch Vorträge/ Workshops zu „Selbstfürsorge in Alltag und Beruf“, „Mit gutem Gefühl zur Arbeit gehen“, „Wertschätzende Kommunikation im Job“, „Das gute Gefühl als Basis von Gesundheit“, und allem was Sie und Ihre Organisation/ Ihr Unternehmen weiterbringt! Rufen Sie unverbindlich an, wir finden eine passende Methode!

Herzlichst,

Ihre Barbara Hoffmann

Work-Life Balance – ja das gibt’s doch gar nicht.

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Work-Life-Balance. Gibt es das überhaupt?

Das Konzept der „Work-Life-Balance“ plädiert dafür, die entgegengesetzten Bereiche Beruf und Privatleben in ein Gleichgewicht zu bringen. Doch können wir nach Hause kommen und die Arbeit einfach „vergessen“? Oder unsere eigene Persönlichkeit im Job zurückstellen? Die Antwort ist: Nein. Denn der Schlüssel zur Zufriedenheit liegt nicht etwa darin, einen räumlichen, zeitlichen, körperlichen oder seelischen Ausgleich zwischen Arbeit und Leben zu schaffen, sondern eine konstante innere Balance zu halten. So haben wir die Chance, auf ein gesundes, glückliches und ausgefülltes Leben.

Wenn wir über Work-Life-Balance reden, dann geht es im Allgemeinen um das Ziel, Leben und Arbeit in Ausgewogenheit zu bringen. Doch jedem, der beides strikt voneinander zu trennen versucht, fällt auf: So einfach ist das gar nicht. Genau hier liegt das Missverständnis:

Denn Bereiche wie Job und Leben (im Sinne des Privatlebens) sind keine widerstrebenden Felder. Dies wird allein durch die Definition des Begriffs Leben deutlich. Beschrieben wird es als „Zustand, den Lebewesen gemeinsam haben und der sie von toter Materie unterscheidet […].“ (Wikipedia vom 11.07.2016).

Leben & Arbeiten: was heißt das eigentlich?

Betrachten wir ‚Leben‘ im Vergleich zu ‚Arbeit‘ als einen lebendigen (nicht toten) Zustand, müsste im Sinne des Work-Life-Balance-Prinzips ‚Arbeit‘ das Gegenteil von ‚Leben‘ darstellen. Somit wäre der eigene Beruf etwas Totes, Nichtexistentes oder zumindest etwas, was mit dem Leben nichts zu tun hat.

Die Definition des Wortes Arbeit legt jedoch etwas ganz anderes nahe: Sie wird als Tätigkeit verstanden, mit dem wir unseren Lebensunterhalt bestreiten, aber auch als Prozess des Tuns, Handelns und Denkens, der auf ein bestimmtes Ziel ausgerichtet ist. Da nur lebendige Wesen agieren und denken können und diese Eigenschaften ein wesentlicher Teil unserer Arbeit sind, muss Leben im Umkehrschluss Bestandteil der Arbeit sein.

Aspekte wie der Kontakt mit Menschen, der gegenseitige Austausch, Lernen und Weiterentwicklung, Spaß und Freude, Erfolgserlebnisse, Ausprobieren, Sinnstiftung und Abenteuer zähle ich als Coach und Sozialberaterin in einer Rehaklinik genauso zur Arbeit wie zum Privatleben. Sollten wir also wirklich davon ausgehen, dass diese Bereiche nur wenig miteinander zu tun haben? Dann dürften wir das angestrebte Ziel des „Balance-Haltens“ in unserem Leben nicht erreichen.

Was macht uns wirklich krank?

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Das sind ganz sicher nicht allein die Rahmenbedingungen, beispielsweise am Arbeitsplatz. In über 15 Jahren Beratungstätigkeit in der Rehabilitation habe ich mit vielen Menschen gesprochen, die ihren Job nicht mehr als ‚lebendig‘, sondern als einengend, belastend und durchaus krank machend erleben. Im Rahmen der Beratung wurde meist sehr schnell deutlich: Der Grund für diese Gefühle ist selten der Beruf selbst, sondern häufig die eigenen (unerfüllten) Erwartungen an den Arbeitsplatz.

Wenn Arbeitsumfeld, Tätigkeit und Beziehung zum Chef oder den Kolleg/innen nicht mehr den eigenen Vorstellungen entsprechen, wird selten das eigene Verhalten hinterfragt, sondern die Rahmenbedingungen. Aus der eigenen Unzufriedenheit heraus entsteht somit ein Denken, das die Arbeit abwertet. Dieses Denken ist der Grund für ein Unwohlsein.

Zweifelsohne führen schlechte Arbeitsbedingungen wie unzulängliches Führungsverhalten, mangelnde Kommunikation oder unzureichende Wertschätzung dazu, dass viele Menschen ihren Job und ihr Arbeitsumfeld negativ bewerten. An dieser Stelle setzt das Konzept der „Work-Life-Balance“ an.

Unser Unwohlsein ausschließlich auf die Rahmenbedingungen zu schieben, ist für mich allerdings kein hilfreicher Ansatz. Indem wir uns ein Idealbild davon schaffen, wie die Dinge sein könnten, gehen wir in die Denkfalle. Denn die Rahmenbedingungen sind nun einmal so, wie sie sind. Wenn wir beispielsweise weiterhin erwarten, dass wir mehr Lohn, einen freundlicheren Chef oder bessere Kolleg/innen bekommen, werden wir logischerweise unzufrieden und unglücklich. Diesen Umstand kann dann auch ein ausgefülltes Privatleben nicht mehr ausgleichen.

Wie finden wir denn Balance am Arbeitsplatz?

Fotolia | cropped

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Gesünder ist es, bereits am Arbeitsplatz in die Balance zu gehen und damit zu beginnen, die Dinge zu verändern, die uns unwohl stimmen. Da hilft es häufig, zu reden und Missstände anzusprechen. Das bedeuten natürlich nicht, gleich eine Revolte anzuzetteln. Hilfreicher ist es, im Gespräch auf die Augenhöhe zu gehen, die wir auch vom Chef und den Kolleg/innen erwarten, und unsere Wünsche und Bedürfnisse konkret zu formulieren.

Sollten wir uns das allein nicht zutrauen, können wir uns Unterstützung von betriebsinternen oder externen Stellen und Berater/innen suchen. In einem Coaching beispielsweise können wir unsere Verhaltensmöglichkeiten checken und uns dahingehend Feedback holen, ob wir mit dieser oder jener Strategie auf einem zielführenden Weg sind.

Wir haben die Chance, neue Verhaltensmöglichkeiten kennen zu lernen und diese im geschützten Rahmen auszuprobieren. Anstatt die Verantwortung den Rahmenbedingungen zu geben, treten wir die Flucht nach vorn, die aktive und selbstverantwortliche konstruktive Auseinandersetzung an. Möglicherweise bringt eine solche Entwicklung auch eine berufliche Veränderung mit sich. Eine, die wir uns vielleicht schon lange gewünscht haben, oder die aufgrund unserer Gesundheit notwendig oder förderlich wäre.

An einem neuen Arbeitsplatz können wir vielleicht endlich motiviert und neugierig unsere Erfahrungen und Kompetenzen einbringen. Aber auch unsere gute Absicht, an einem gelingenden Miteinander mitzuwirken.

Erst im Ganzen geht es leichter

Zu alt für eine neue Stelle? Diese Angst begegnet mir häufig. Sie ist verständlich, aber oft unbegründet. Veraltet ist eventuell unsere Strategie der Selbstvermarktung! Auch daran können wir arbeiten. Mein Appell an die Menschen, die ich in solchen Fällen berate: „Schicken Sie nicht einfach nur eine Bewerbungsmappe. Gehen Sie in die Offensive und stellen Sie sich sofort persönlich vor, um einen ersten persönlichen Eindruck zu hinterlassen.“

Als Beraterin in der Rehabilitation und als Coach habe ich die Erfahrung gemacht: Work-Life-Balance gibt es nicht. Sicherlich aber eine Life-Balance! Es ist nicht möglich, Menschen in zwei Hälften zu teilen. Durch meine berufliche und persönliche Prägung verstehe ich den Menschen als ganzheitliches Wesen. Wir nehmen uns immer und überall mit hin, mit all unseren Bedürfnissen, Wünschen und Eigenarten und vor allem: mit unseren unterschiedlichen Rollen.

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Meine Vorstellung ist es, ein gesundes Ganzes zu schaffen und all unsere Rollen in Einklang miteinander zu bringen. Wenn es uns gelingt, in diese Richtung umzudenken, (er)leben wir uns in unserer Gesamtheit: authentisch, kongruent, integer und in innerer Balance. Im beruflichen Kontext gilt dann auch: Je mehr wir am Arbeitsplatz zeigen können, was uns kompetent und einzigartig sein lässt, umso eher klappt es auch mit dem Ziel einer ganzheitlichen psychophysischen Gesundheit.

Und wenn Sie gern wissen möchten, wie Sie sich wieder Zeiträume schaffen können für Ihre Tankstellen und Kraftquellen, dann bin ich ebenfalls gern für Sie da.

Ihre Barbara Hoffmann

 

-> Herzlichen Dank an Gaby Rejschek-Wehmeyer und ihre freie Mitarbeiterin Eileen für das Lektorat und die wieder einmal tolle Zusammenarbeit.
-> Diesen Artikel können Sie auch als PDF herunterladen.

„Hilfreiche Kommunikation oder Wie man Missverständnisse vermeidet

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Im ersten Kurzblog über den Witz „Kommunikation oder Die Todesliste“ ging es in aller Kürze über den Mut, Dinge anzusprechen, die einem nicht ganz klar sind.

Da ich in der letzten Zeit immer mehr feststelle, wie wichtig im Allgemeinen wie auch im Speziellen eine genaue Sprache im beruflichen und privaten Alltag ist, möchte ich ein paar Tipps geben, wie es gelingen kann, Missverständnisse zu vermeiden, und damit Kommunikation und Beziehungen positiv zu verändern.

Dabei sind folgende vier Ressourcen sehr hilfreich:

  1. Perspektivenübernahme
  2. Breiter und vielfältiger Wortschatz
  3. Ich-Botschaften
  4. Hilfreiche Grundhaltungen

Das Training dieser Fähigkeiten kann und wird die Kommunikation mit Mitmenschen sehr erleichtern!

1. Perspektivenübernahme

Sich in das Gegenüber und dessen Gefühle hineinversetzen zu können, hilft enorm. Unser Gesprächspartner sieht die Welt nun mal aus seiner Sicht, genauso wie wir die unsrige aus unserer Sicht sehen. Jede Welt-Sicht ist erst einmal in Ordnung, hat ihre Geschichte und ist genauso wenig richtig wie falsch (was auch wiederum eine hilfreiche Grundhaltung ist). Wir betrachten und bewerten die Dinge durch die Brille unserer Erfahrungen.

Wenn wir versuchen, uns die Brille unseres Gegenübers „auszuleihen“ und erst einmal neugierig zu sein auf die Beweggründe des anderen, signalisieren wir ihm: Mir ist wichtig zu erfahren, wie Du das siehst und warum. Dann befinden wir uns auf Augenhöhe und stellen nicht unsere Ansicht und Erfahrungen über die des Menschen, mit dem wir im Dialog sind.

Interesse, Neugier und Offenheit für den anderen bewirken hier sehr viel.
Prima Nebeneffekt: Wir können viel dabei lernen!

2. Breiter und vielfältiger Wortschatz

Es ist ungemein hilfreich, über einen großen Wortschatz zu verfügen. Insbesondere im Bereich der Gefühlsbegriffe und im Bereich von Adjektiven/ Adverben.

Das ist ein Bereich, über den man ohne Weiteres eine ganze Bildungswoche füllen könnte. Ich erlebe in meinen Begegnungen am Arbeitsplatz oder natürlich auch privat, dass es mir wesentlicher leichter fällt, Kommunikation konstruktiv und positiv zu gestalten, wenn ich Sachverhalte, emotionale Zustände, Prozesse, Meinungen, interaktive wie auch intrapersonale Dynamiken usw. genau benennen kann.

Eigentlich ist es ja logisch – je mehr Wörter man kennt, desto besser lassen sich Dinge erfassen. Aber wir benötigen auch einen guten Zugriff darauf. Es nützt nichts, alle möglichen Wörter mal gehört zu haben. Nur indem wir immer und immer wieder im Gespräch sind, Sprache aktiv, bewusst und lebendig gestalten, können wir diese für uns weiterentwickeln, und unsere Kommunikation mit dem Mittel des gesprochenen Wortes positiv gestalten. Alles steht und fällt mit den Worten, die wir wählen. Worte können verletzen, zerstören und behindern, und sie können auch wärmen, heilen und bereichern! Mit einer positiven und konstruktiven Kommunikation gestalten wir all unsere Beziehungen. Dreimal dürfen Sie nun raten, wie sich diese wohl entwickeln könnten, wenn wir mit einer lebendigen Wortwahl, ja „Wortwelt“ arbeiten!

3. Ich-Botschaften

Ebenfalls ein Thema, mit dem wir uns auch in aller Ausführlichkeit beschäftigen könnten. Hier nur ein paar Gedanken. Wir kennen alle den Satz „Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es hinaus“. Wir fordern gern, kritisieren, wollen anderes Verhalten sehen, sind meist nach außen gerichtet usw. Einfach mal den Spieß umdrehen: Wollen wir, dass mit uns so gesprochen wird? Nur wenn WIR beginnen, so zu sprechen wie wir es uns von anderen wünschen, ERST DANN wird sich unsere Kommunikation verändern. Niemand ist es uns schuldig, sich uns gegenüber zu verändern. Wenn wir uns wünschen, dass sich unsere Kommunikation positiv verändern soll, geht es nur über den Weg, dass wir auch damit beginnen. Dass wir selbst die Verantwortung in die Hand nehmen und sagen: Jetzt! Ich will, dass etwas anders läuft, also sorge ich nun auch dafür und erwarte es nicht mehr von den anderen. Denn da könnten Sie möglicherweise lange warten und darüber unglücklich und verbittert werden. Wollen Sie das? – Eben. Also: Bleiben Sie bei sich und dem was Sie selbst denken und fühlen. Und nur das kommunizieren Sie Ihrem Gegenüber.

Anklagen und Forderungen bringen rein gar nichts. Denken Sie daran: Sie und Ihre Worte gestalten die Kommunikation. Und: Es ist eine Sache der Gewöhnung, und im Prozess der Gewöhnung fühlt es sich komisch an (wie beim Autofahrenlernen), aber auch mit kleinen Schritten kommen wir ans Ziel.

Probieren Sie es aus. Und wenn Sie nicht weiterkommen, rufen Sie mich an.

4. Hilfreiche Grundhaltungen

Allem was wir denken, sagen und tun, liegen Grundhaltungen und Wertvorstellungen in Form von Gedanken zugrunde.

Bei als schwierig empfundener Kommunikation sind häufig – bewusst oder unbewusst – Grundhaltungen von „ich bin nicht gut genug“, „wie man es macht ist es verkehrt“, „dauernd werde ich …“ oder ähnliche Gedanken am Werk. Meist haben vergangene Erfahrungen diese Grundannahmen hervorgebracht. Aber es muss ja nicht für immer so weitergehen. Wenn Sie als erwachsener Mensch sich wünschen, dass sich die Kommunikation zwischen Ihnen und Ihren Mitmenschen, oder einem ganz bestimmten, positiv verändern soll, brauchen Sie entweder gar keine Grundhaltungen, also eine Loslösung von Erwartungen an die Kommunikation, oder, noch besser, weil dies auch Ihre eigene Kommunikation  positiv zu verändern vermag, hilfreiche Grundhaltungen. Diese könnten sein: „Ich höre erst einmal, was XY mir zu sagen hat.“, oder „Ich bin sicher dass ich meine Gedanken gut anbringen kann.“, oder „Meine Gedanken sind gut genug“, etc.

Vielleicht könnten folgende Grundhaltungen besser beschreiben, wie es gehen kann, z.B.:

Wertschätzung meiner eigenen Gedanken und Erfahrungen

Wertschätzung der Gedanken und Erfahrungen des Gegenübers

Neugier, Offenheit

Verständigung ist wichtiger als Bewertungen (Vorstellungen von „richtig“ und „falsch“ beiseite rücken, die dürfen mal zuschauen und sich ausruhen ;) )

Augenhöhe ist wichtig – keiner in der Interaktion ist mehr oder weniger wertvoll als der andere, oder noch besser: Jeder ist gleichermaßen wertvoll.

Viele hilfreiche Gedanken und Grundhaltungen finden Sie im übrigen auch in meinem Buch „Gedankentausch – Wie Sie Ihre Gedanken positiv verändern können“.

Meiner Erfahrung nach gibt es noch weitere Bereiche, die uns helfen, unsere Kommunikation zu verändern. Ich denke, dass diese mit die wichtigsten sind, um es auch hier nicht zu lang werden zu lassen.

Haben Sie Fragen? Anregungen? Wünsche? Als „WorkShopping-Queen“  konzipiere ich gerne ein Angebot oder unterstütze Sie ganz konkret bei der Gestaltung Ihrer Kommunikation am Arbeitsplatz oder im Privatleben.

Herzlich,

Barbara Hoffmann

Positive Gedankenmuster – wozu?

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Im Grunde ist es so:

fotolia | rawpixel.com

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Wenn wir unsere Gedankenwelt ein wenig aufräumen und pflegen, so wie wir täglich unser Äußeres pflegen, leisten wir einen grundlegenden Beitrag dafür, dass sich alle Lebensbereiche, über die wir etwas denken, positiv entwickeln können.

Beispiel:
Denken wir in Strukturen von Forderungen („Der muss aber…“), Opferdasein („Da wird man noch bestraft“), Schuldzuweisungen („Meine Mutter/ mein Chef/ meine Firma… ist schuld, dass ich…“), Katastrophisierungen („Nichts ist schlimmer als….“) oder düsteren Zukunftsprognosen („Die Welt ist total aus den Fugen und es wird immer schlimmer“), beeinflussen diese Grundhaltungen auch das, was wir des Weiteren vom Leben erwarten.

Denken wir aber in Konzepten von Selbstvertrauen („Auch das kriege ich hin“), Gönnertum und Gelassenheit(„Leben und leben lassen“), Selbstverantwortung („Jetzt gestalte ICH mein Leben/ meine Arbeit/ meine Beziehung(en)“), Dankbarkeit („Ich bin so dankbar für…“) und anderen lebensbejahenden Mustern, verändert sich unser Leben und das, was wir emotional erleben.

1. Unsere Kommunikation

Gute Gedanken beeinflussen unsere Kommunikation, weil das, was wir denken, von uns in gesprochene Sprache umgewandelt wird. Daher ist es sinnvoll, Gedanken der Wertschätzung, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, aber auch der sorgsamen Abgrenzung in Form achtsamer Ich-Botschaften zu trainieren. Was wir sprechen, sind immer ausgesprochene Gedanken! Wie wir unsere Gedanken pflegen und konstruktiv trainieren können, habe ich in „Was ist positives Denken?“ und in meinem Buch Gedankentausch beschrieben.

2. Unsere Beziehungen zu unseren Mitmenschen

Zu jedem Menschen in unserem Leben stehen wir in einer bestimmten Beziehung. Zu unserem Partner/ unserer Partnerin, unseren Freunden, unseren Kindern, Verwandten, Vorgesetzten/ Kollegen/ Mitarbeitern, zur Bäckereiverkäuferin um die Ecke, und viele mehr. Diese Beziehungen sind so bunt und unterschiedlich wie das Leben selbst. Gelingt es uns, so über unsere Mitmenschen zu denken, dass wir sie so sein lassen können wie sie sind (sie sollen uns ja auch so sein lassen wie wir sind, oder sein wollen), dann gestaltet sich auf der Basis unserer freundlicheren Gedanken, auch die Kommunikation mit diesen Menschen ganz anders! Möchten wir nicht auch, dass man mit uns selbst wertschätzend und auf Augenhöhe kommuniziert?

Meine Empfehlung: Machen Sie den Anfang und rufen Sie so in den Wald hinein, wie Sie das Herausschallen sich wünschen. So herum funktioniert es. Erwarten Sie den ersten Schritt nicht von den anderen. Übernehmen Sie die Verantwortung für Ihren Anteil an der Beziehungsgestaltung (immerhin 50%) zu Ihren Mitmenschen – und ich verspreche Ihnen, dass sich eine positive Veränderung einstellen wird.

3. Die Beziehung zu uns selbst

Gelingt es uns, auf der Basis guter Gedanken unsere Kommunikation zu beeinflussen, und unsere Interaktionen mit unseren Mitmenschen anders zu gestalten, tut sich auch etwas bei uns selbst. Denn mit positiveren Gedanken können wir die Kommunikation mit uns selbst gelingender gestalten.

Wir erkennen, dass wir in der Lage sind, unser Leben selbstwirksam zu verändern. Das gibt enorm Selbstvertrauen und stärkt unsere Beziehung zu uns selbst, weil sich unsere Gedanken über uns selbst zu verändern beginnen. Und dieser „mentale Unterbau“ mit all seinen Grundhaltungen und Einstellungen, die wir uns aneignen beziehungsweise die unser Leben prägen, hat immer Auswirkungen auf alles in unserem Leben.

5. Unsere Erfolge im Arbeitsleben

Geht es uns gut mit uns und mit unseren Mitmenschen, sind wir viel besser in der Lage, auch beruflich erfolgreich zu sein. Die Kommunikation mit unseren Kollegen, Vorgesetzten oder Mitarbeitern – auf der Basis gesunder Gedanken – gestaltet sich wertschätzender, auf Augenhöhe und gleichberechtigter. Bis hierhin ist es allerdings schon ein gutes Stück Weg. Doch es lohnt sich.

Das gilt insbesondere für Menschen ohne (vergütete) Arbeit. Denn wer sich mental nicht zum Opfer (von Behörden etc.) macht, sondern selbstwirksam sein kann, der landet immer positiv beim Menschen der ihm gegenübersitzt, denn dieser könnte eine entscheidende Rolle für die nächsten Entwicklungen spielen…

5. Unsere Gesundheit

Eigentlich ganz klar. Sobald es uns gut geht – was wir ja im Grunde alle für uns beanspruchen wollen – sind wir gesünder. Wenn wir gesunde, selbstwirksame, konstruktive, lebendige, neugierige, dankbare und lösungsorientierte Gedankenmuster in uns entwickeln, strahlen wir dies auch als Einstellung aus. Selbst in der Forschung kann immer häufig gezeigt werden, welchen Einfluss unsere Gedanken auf unsere Gesundheit haben. Und natürlich – wenn es uns mit uns selbst, unseren Beziehungen und in unseren unterschiedlichen Lebensbereichen gut geht, dann beeinflusst das ganz wesentlich unsere Gesundheit. Denn schlechte Gefühle – hervorgerufen durch entsprechend ungute Gedanken und Bewertungen, ziehen uns immer herunter und schränken uns in unseren Möglichkeiten ein, während positive Gedankenstrukturen uns öffnen und unseren Blick für die vielen guten Aspekte in den Dingen schärfen. Wenn das nicht gesund ist…!

Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit und viele gute und wirklich hilfreiche Gedanken,

Ihre Barbara Hoffmann

Was ist positives Denken? Und was nicht?

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Hand aufs Herz: Haben Sie beim Begriff „positives Denken“ leise gegähnt? :-)

fotolia | treenabeena

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Oder sind Sie bereits dabei, Ihre Bewältigungsstragien, Ihre mentale Resilienz, und Ihre Interaktionen am Arbeitsplatz und im Privatbereich konstruktiv, selbstwirksam und lösungsorientiert zu verändern? Dann herzlich Willkommen in diesem Abschnitt!

Ich fange mal hinten an. Positives Denken bedeutet nicht, die Dinge in rosarot zu zeichnen oder einzufärben. Das denken (!) immer wieder Menschen, die das positive Denken als weichzeichnerischen Quatsch und „Psychologie für Arme“ bewerten.
Aber es geht um genau das: Um unsere Bewertungen, die wir täglich in JEDER Situation vornehmen, die wir erleben.

Positives Denken bedeutet kein Weichzeichnen. Im Gegenteil. Wenn etwas geschieht, das wir in negative Bewertungsmuster einfügen, sind das häufig katastrophisierende Gedanken, oder Gedanken der Gerechtigkeitsheischerei, perfektionistische oder absolut fordernde Gedanken. Es sind immer Gedanken, die uns unzufrieden zurücklassen. Wenn jemand mir sagt: „Positives Denken ist doch überhaupt nicht realistisch.“, dann sage ich: „Negatives Denken aber auch nicht.“

Schon Epiktet soll gesagt haben: „Nicht die Dinge an sich beunruhigen den Menschen, sondern seine Sicht der Dinge.“

Es geht nicht um Schönfärberei, oder um ein Wegmachen von Sorgen, Traurigkeit, Wut, Hilflosigkeit, etc. Unsere Gefühle sind wichtig, denn sie zeigen uns, dass gerade etwas nicht gut verläuft.

Beim positiven Denken geht es darum, zu einer Situation A eine adäquate und hilfreiche Bewertung B zu finden, damit wir als Konsequenz C, uns besser fühlen, und mit der Situation A wieder angemessen und selbstwirksam umgehen können.

Ein Beispiel:

Auslöser „A“:                              Lautes Geräusch in der Nacht

Konsequenz „C“:                        Angst

Was ist die Bewertung „B“?        „Da ist jemand, der mir etwas antun will.“

Nun gibt es aber Menschen, die auf dasselbe Ereignis A mit einer entspannten Gefühlslage reagieren. Welche Bewertung/ Interpretation haben sie vorgenommen? Vielleicht „Die Nachbarskatze streunt wieder herum.“, oder Vergleichbares.
Nun kann man natürlich mit dem Gedanken an die Nachbarskatze einen durchaus geschehenden Einbruch weder verhindern noch schöndenken. Ich gehe aber davon aus, dass Sie dennoch verstehen, wie dieses Beispiel gemeint ist.

Es geht also darum, den Dingen die wir mit den Sinnen erleben können, eine andere Bedeutung/ Bewertung/ Interpretation zu verleihen. Das verstehe ich unter positivem Denken. Die Methode habe ich mir nicht selbst ausgedacht, sie stammt von Albert Ellis und ist als ABC Modell der Gedanken eine bewährte Methode „kognitiver Umstrukturierung“ in Coaching und Psychotherapie. Kognitive Umstrukturierung bedeutet keine Gehirnwäsche, sondern – so einfach wie genial – eine Veränderung gedanklicher Konzepte, die wir mit uns herumtragen.

Im Rahmen dieser mentalen Veränderung können wir gemäß dem Reframing des NLP, eine neue Bedeutung „B“ mit einer der folgenden Hilfsfragen finden, z.B.:

  1. Wie könnte ich diese Situation noch sehen?
  2. Was könnte ich aus dieser Situation (für ein nächstes Mal) lernen?
  3. Was könnte der Sinn dieser Situation sein?

Wenn wir es also schaffen, Ereignissen in unserem Leben eine andere Bedeutung zu geben, sie anders zu interpretieren, und zwar mit dem Ergebnis, dass es uns besser geht als mit der ursprünglichen und gewohnten Interpretation, dann denken wir positiv. Und dann fühlen wir auch positiv.

Falls Sie mehr dazu erfahren und mehr darüber lernen möchten, kontaktieren Sie mich gern. Ich habe in meinem Buch „Gedankentausch“ noch einige weitere Empfehlungen für eine Denkweise gegeben, mit der wir widrige Situationen des Lebens (und auch „widrig“ ist eine subjektive Bewertung) konstruktiver und lösungsneugierig bewältigen können.

Sowohl kleine Ärgernisse des Alltags als auch „echte“ Probleme können wir damit besser handhaben lernen.

Ihre Barbara Hoffmann

 

Echte Begegnung ist echtes Leben – Urlaub von Whatsapp

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Old Habits - New Habits signpost in a desert road backgroundSeit einem Jahr bin ich stolze Besitzerin eines Smartphones, das man mit mehr oder weniger nützlichen Apps ausstatten kann, unter anderem Whatsapp. Ich liebe Medien und Kommunikation, und alles was man nachrichtentechnisch damit anstellen kann.
Mit zunehmender Dauer der Nutzung insbesondere von Whatsapp stellte ich jedoch fest, dass immer mehr Nachrichten von immer mehr Menschen eintrudelten. Mit einigen konnte ich etwas anfangen, mit anderen weniger. Immer wieder erhielt ich Benachrichtigungen und erlebte in mir zunehmenden Druck, auch alle beantworten zu wollen. Klingt doof, aber ich bin nun mal ein Mensch, dem Verbindlichkeit wichtig ist, gerade in der Kommunikation.

Ab Herbst 2015 wurde selbst mir als bekennender Kommunikations- und Medienfreakin zuviel. Weil ich nicht mehr wusste, was „man“ auf Spaß-Videos antworten soll, oder auf Kettenbrief-Nachrichten die ich nicht haben will usw.

Nun habe ich mich erst einmal ausgeklinkt und mich aus der App rausgezogen.

Als Kind von ca. 8 Jahren wohnte ich mit meiner Familie schräg gegenüber von einer anderen Familie mit Kindern. Das Kinderzimmer von deren Tochter, mit der ich eng befreundet war, konnte ich von meinem Kinderzimmerfenster aus sehen, und wir haben uns irgendwann Morsezeichen überlegt, mit denen wir per Taschenlampe abends noch einander „Gute Nacht“ und ein paar andere Nachrichten morsen (!) konnten!
Aber jetzt kommt’s: Ich träumte bereits damals davon, dass ein Gerät erfunden würde, mit dem man sich richtige Nachrichten schreiben könne, auch wenn man sich nicht sähe. Das war 1983!

Und nun habe ich mich von Whatsapp abgemeldet, was bei einigen Freunden zu Irritationen führte, weil „man“ doch Whatsapp haben „muss“. Dabei bin ich noch auf allen anderen Kanälen zu erreichen. SMS, Facebook (!), E-Mail, auch kann man mich auf so etwas wie einem Festnetz anrufen, welches sich nur noch meldet wenn die eigenen Eltern anrufen.

Wenn Menschen mit ernstem Blick und gekrauster Stirn aufs Smartphone blicken, sind sie nicht im Hier und Jetzt, wo das Leben stattfindet.
Es wirkt autistisch auf mich, abgeschottet von der wirklichen Welt, von sich selbst. So wirke ich sicher auch, wenn ich aufs Smartphone schaue. Und ich merke: Das möchte ich für mich nicht.
Ich kenne mich gut genug, um zu wissen, dass meine Faszination für die aktuellen Kommunikationsformen nicht erstirbt, irgendwann – bald wahrscheinlich – werde ich sicher wieder „bei Whatsapp sein“. Aber ich brauche gerade ein reduziertes Maß an Nutzung dieser Dinge.

Ich mache jetzt testweise für ein paar Wochen Urlaub von Whatsapp. Auch werde ich später Urlaub von Facebook machen, vielleicht auch von anderen Dingen. Einfach, um aufmerksam zu bleiben und im Hier und Jetzt zu bleiben. Denn DAS fühlt sich nach LEBEN an: Zu SEIN, wo ich BIN. Mit Körper, Geist UND Seele.
Ich würde mich auf dem sprichwörtlichen Sterbebett schwarz ärgern, wenn mir bewusst würde, dass ich so viel Lebenszeit mit virtueller Kommunikation vertan hätte.

Denn echte Begegnung ist echtes Leben.

Und es liegt auf der Hand, welche Bedürfnisse wir uns mit Whatsapp erfüllen.
Dabei können wir sie uns auch auf anderem Weg erfüllen!
Habt Ihr eine Idee? ;)

Bekommst Du zuviele Whatsapp Nachrichten?

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Bekommst Du zuviele Whatsapp Nachrichten?

Es ist eigentlich ganz einfach, die Nachrichtenflut zu reduzieren, z.B. indem Du Deine eigene Nutzungsgewohnheit veränderst. „Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es hinaus“, heißt es. Sobald Du mit anderen oder weniger Nachrichten in den „Datenwald“ hineinrufst, wird sich auch für Dich der Nachrichteneingang reduzieren.

Das macht Dir Angst? Es ist schön für Dich, Nachrichten zu bekommen, weil Du Dich dadurch gesehen fühlst? Weil Du dadurch dem Alltag entfliehen kannst?

Vielleicht kannst Du das Bedürfnis, das Du Dir mit Whatsapp erfüllst, auf anderen Wegen erfüllen. Z.B. mit echten Begegnungen statt mit virtuellen? Mit einem Telefonat, ganz oldschool übers Festnetz? :)

Vielleicht magst Du Dir Gedanken machen, wie man Whatsapp auch nutzen kann. Dann ist für Dich sicher die Geschichte mit den drei Sieben interessant:

Eines Tages kam einer zu Sokrates und war voller Aufregung.
„He, Sokrates, hast du das gehört, was dein Freund getan hat? Das muss ich dir gleich erzählen.“
„Moment mal“, unterbrach ihn der Weise. „hast du das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt?“
„Drei Siebe?“ fragte der Andere voller Verwunderung.
„Ja, mein Lieber, drei Siebe. Lass sehen, ob das, was du mir zu sagen hast, durch die drei Siebe hindurchgeht.
Das erste Sieb ist die Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?“
„Nein, ich hörte es irgendwo und . . .“
„So, so! Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft. Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst – wenn es schon nicht als wahr erwiesen ist -, so doch wenigstens gut?“
Zögernd sagte der andere: „Nein, das nicht, im Gegenteil . . .“
„Aha!“ unterbrach Sokrates. „So lass uns auch das dritte Sieb noch anwenden und lass uns fragen, ob es notwendig ist, mir das zu erzählen, was dich erregt?“
„Notwendig nun gerade nicht . . .“
„Also“, lächelte der Weise, „wenn das, was du mir das erzählen willst, weder erwiesenermaßen wahr, noch gut, noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit!“

Probier es aus, für einen Tag oder eine Woche, oder wenn Du ganz mutig bist, für einen Monat. ;) Du wirst sehen wie sich Dein (Er-)Leben im Hier und Jetzt verändert.

Herzlicher Gruß aus dem Hier und Jetzt! ;-)

Barbara Hoffmann

Führen als Dienstleistung – oder Die Bestimmung der Säule liegt im Tragen

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Kürzlich las ich einen Artikel* auf einer Schweizer Internetplattform für Informationen rund
um Management und Unternehmensführung.

fotolia/ celeste clochard

fotolia/ celeste clochard

Ein Zitat darin sprach mich sehr an: „Als Führungskraft muss man sich bewusst werden, dass man dafür da ist, Menschen zu führen. Das ist kein Privileg, sondern eine Dienstleistung.“ Führung als Dienstleistung – ein hilfreicher Gedanke, der mich selbst schon seit längerem beschäftigt.

Was bedeutet Führung, und wie grenzt sich Führung von Leitung ab?

Wer leitet statt zu führen, bleibt in der bloßen Organisation von Aufgaben und Abläufen verhaftet und agiert an der Oberfläche. Leitung handelt nach äußeren Kriterien und Maßstäben. Sie organisiert, verwaltet, strukturiert, beschafft und regelt.

Führung jedoch geht darüber hinaus: Führung fördert, entwickelt, unterstützt, integriert und verantwortet. Leitung bezieht sich auf Abläufe, Sachen und Regelungen. Führung bezieht sich auf Menschen, Werte und Entwicklung.

Jemand, der führt, geht vorweg, erkundet das Terrain, sucht nach dem besten Weg. Diejenigen, die er anführt, und die „hinter ihm stehen“ und gehen, müssen sich auf ihn verlassen können. Er ist derjenige, der dafür Sorge trägt, dass der Weg, der vor der Gruppe liegt, begehbar ist. Er sorgt dafür dass alle diesen Weg mitgehen können, und keiner zurück bleibt.

Führung als Dienstleistung zu verstehen, entspricht nicht dem hierarchischen Konzept von Führung von oben nach unten, nach dem die Führungskraft „über“ den Mitarbeitern steht. Führung als unterstützende, tragende Säule für eine gelingende Teamarbeit, macht den eigentlichen Unternehmenserfolg aus. Führung bedeutet daher auch Trag-Fähigkeit, und eine tragende Säule braucht ein gutes Fundament.

Was charakterisiert nun eine „Dienst leistende“ Führungskraft?

  • lebt soziale, menschliche und kommunikative Kompetenzen
  • berücksichtigt die Belange des Teams und die Menschen in diesem Team
  • praktiziert eine wertschätzende Grundhaltung gegenüber dem Team, den Einzelnen und sich selbst gegenüber
  • unterstützt Mitarbeiter in ihren Stärken (anstatt z.B. ihnen diese zu neiden) und ermöglicht ihnen persönliche Weiterentwicklung
  • kommuniziert achtsam, wertschätzend und integrierend
  • versteht Führung als tragende und unterstützende Kraft des Teams („Trag-Fähigkeit“)
  • erkennt die Verbindung zwischen Team und Teamführung auf Einstellungs- und Verhaltensebene

Vor dem Hintergrund politischer und gesellschaftlicher Umbrüche wird immer mehr Menschen deutlich, was wieder wichtig wird. Eine an diesen Werten orientierte Führung bildet die Grundlage für den Erfolg der Einzelnen, den Erfolg des Teams, und für den Anteil des Teams am Unternehmenserfolg.

Möge Führung und Zusammenarbeit stets im Sinne einer solchen Werteorientierung gelingen.

Was denken Sie, wie gesundheitsfördernde Führung aussehen sollte?

Herzlichst,

Ihre Barbara Hoffmann
Coach, Beraterin
www.hoffmann-coaching.de

 

Zitatquelle: http://www.hrtoday.ch/article/von-der-kraft-innerer-bilder