Führen als Dienstleistung – oder Die Bestimmung der Säule liegt im Tragen

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Kürzlich las ich einen Artikel* auf einer Schweizer Internetplattform für Informationen rund
um Management und Unternehmensführung.

fotolia/ celeste clochard

fotolia/ celeste clochard

Ein Zitat darin sprach mich sehr an: „Als Führungskraft muss man sich bewusst werden, dass man dafür da ist, Menschen zu führen. Das ist kein Privileg, sondern eine Dienstleistung.“ Führung als Dienstleistung – ein hilfreicher Gedanke, der mich selbst schon seit längerem beschäftigt.

Was bedeutet Führung, und wie grenzt sich Führung von Leitung ab?

Wer leitet statt zu führen, bleibt in der bloßen Organisation von Aufgaben und Abläufen verhaftet und agiert an der Oberfläche. Leitung handelt nach äußeren Kriterien und Maßstäben. Sie organisiert, verwaltet, strukturiert, beschafft und regelt.

Führung jedoch geht darüber hinaus: Führung fördert, entwickelt, unterstützt, integriert und verantwortet. Leitung bezieht sich auf Abläufe, Sachen und Regelungen. Führung bezieht sich auf Menschen, Werte und Entwicklung.

Jemand, der führt, geht vorweg, erkundet das Terrain, sucht nach dem besten Weg. Diejenigen, die er anführt, und die „hinter ihm stehen“ und gehen, müssen sich auf ihn verlassen können. Er ist derjenige, der dafür Sorge trägt, dass der Weg, der vor der Gruppe liegt, begehbar ist. Er sorgt dafür dass alle diesen Weg mitgehen können, und keiner zurück bleibt.

Führung als Dienstleistung zu verstehen, entspricht nicht dem hierarchischen Konzept von Führung von oben nach unten, nach dem die Führungskraft „über“ den Mitarbeitern steht. Führung als unterstützende, tragende Säule für eine gelingende Teamarbeit, macht den eigentlichen Unternehmenserfolg aus. Führung bedeutet daher auch Trag-Fähigkeit, und eine tragende Säule braucht ein gutes Fundament.

Was charakterisiert nun eine „Dienst leistende“ Führungskraft?

  • lebt soziale, menschliche und kommunikative Kompetenzen
  • berücksichtigt die Belange des Teams und die Menschen in diesem Team
  • praktiziert eine wertschätzende Grundhaltung gegenüber dem Team, den Einzelnen und sich selbst gegenüber
  • unterstützt Mitarbeiter in ihren Stärken (anstatt z.B. ihnen diese zu neiden) und ermöglicht ihnen persönliche Weiterentwicklung
  • kommuniziert achtsam, wertschätzend und integrierend
  • versteht Führung als tragende und unterstützende Kraft des Teams („Trag-Fähigkeit“)
  • erkennt die Verbindung zwischen Team und Teamführung auf Einstellungs- und Verhaltensebene

Vor dem Hintergrund politischer und gesellschaftlicher Umbrüche wird immer mehr Menschen deutlich, was wieder wichtig wird. Eine an diesen Werten orientierte Führung bildet die Grundlage für den Erfolg der Einzelnen, den Erfolg des Teams, und für den Anteil des Teams am Unternehmenserfolg.

Möge Führung und Zusammenarbeit stets im Sinne einer solchen Werteorientierung gelingen.

Was denken Sie, wie gesundheitsfördernde Führung aussehen sollte?

Herzlichst,

Ihre Barbara Hoffmann
Coach, Beraterin
www.hoffmann-coaching.de

 

Zitatquelle: http://www.hrtoday.ch/article/von-der-kraft-innerer-bilder

Vorbilder – Brauchen wir eine neue Vorbildkultur?

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11057475_901397719921181_2502045452089733494_n-Eine Freundin inspirierte mich unbeabsichtigt zu diesem Blog – das sind meist die besten! – Richtig, die besten Freundinnen, und die besten Blogs.
Diesen Artikel gibt es übrigens auch als PDF.

Ich hatte einen Artikel, in dem sie interviewt wurde und über ihre Art, mit bestimmten Herausforderungen des Lebens umzugehen, mit den Worten „Du bist mein Vorbild!“ kommentiert, woraufhin sie sich bedankte und ergänzte, dass Vorbilder doch eigentlich nicht nötig sein sollten. Ich denke, dass ich weiß wie sie es meinte. Jeder soll so leben wie er es aus seiner inneren Überzeugung für gut und richtig befindet, und wie es seinem ureigenen Wertesystem entspricht. Das finde ich auch, mit der Einschränkung, dass es für manche Menschen Werte gibt, die ich nicht unterstützen würde, siehe aktuelle Anti-Einwanderungskampagnen und ähnliches.

Aber wo sind die vielen Vorbilder eigentlich hin?
Gerade ist Helmut Schmidt gestorben. Er war ein Vorbild des rückratvollen Handelns. Er stand für Klarheit und Besonnenheit, Authentizität und Integrität. Er hat seine Werte gerade heraus vertreten. Es war für seine Umgebung nicht immer einfach mit ihm, aber er war – ein Vorbild. Einige andere verstorbene Politiker waren Vorbilder. Es gibt prominente Vorbilder aus Musik, Film, Kunst, eigentlich überall. Aber wo?

Und was bedeutet es eigentlich, ein Vorbild zu sein? Welche Menschen sind vorbildlich?

Vorbild – was ist das?
Für mich ist das so: Wenn ich die Gedanken, Worte (geäußerte Gedanken) oder Handlungen einer Person gut und nachahmenswert finde, bewerte ich deren Gedanken, Worte oder Taten als „vorbildlich“. Die finde ich gut. Diese Menschen sind integer, denn sie handeln 1:1 nach ihren Wertmaßstäben. Wasser predigen und Wein trinken ist out, unglaubwürdig und sicher nicht vorbildlich.

Ich hatte im Laufe meines bisherigen Lebens auch einige Vorbilder. Da waren Dozenten, Anleiterinnen in meinen Praktika, der/die eine oder andere Kollege/ Kollegin war für mich ein Vorbild, auch waren einige meiner Vorgesetzten für mich vorbildlich, sodass ich gerne von ihnen lernte. Auch mein Partner ist für mich in vielen Dingen ein Vorbild.

Von Vorbildern kann ich lernen. Das Leben ist für mich ein stetiger Lernprozess. Und wenn es Menschen gibt, bei denen es mir Spaß macht, von ihnen zu lernen und mir „eine Scheibe abzuschneiden“, wie man bei uns sagt, dann sind diese Menschen Vorbilder für mich. Und das finde ich nichts Schlechtes!
Im Gegenteil! Wer gern lernt, lernt auch gern von anderen.
Wir lernen stetig, während unseres gesamten Lebens, ob uns das bewusst ist oder nicht. Fertig sind wir erst, wenn der Deckel zu ist. Und selbst dann geht die Reise weiter, zumindest in meinem Weltverständnis.

Vorbilder haben etwas zu geben. Vorbilder wissen häufig gar nicht, dass sie für andere Menschen, und sei es auch nur ganz vereinzelt, ein Vorbild sind. Aber sie leben etwas Wert-volles vor, dem man nachfolgen möchte. Eltern können (vielleicht „sollten“, aber ich finde die Möglichkeit der freien Wahl besser als das Äußern von Erwartungen) Vorbilder für ihre Kinder sein. Alle „Erziehung“ nützt nichts, wenn das, was man erwartet, nicht auch konsequent vorgelebt wird. Kinder lernen durch abgucken, nicht durch zuhören.

So ist es auch mit den Erwachsenen! Wir beobachten stetig das, was um uns herum passiert, und vor allem bewerten wir die Dinge um uns herum. Von morgens bis abends.

Vom Vorbild zum Rückzug
Und weil wir so vieles schon erlebt haben, darunter viele Verletzungen und häufig wenig Wertschätzung, haben wir es uns angewöhnt zu sagen, dass wir nur noch unsere eigenen Regeln machen. Wir richten uns nach keinem anderen mehr, nur noch nach uns selbst. Sollen die anderen doch ihr Ding machen.
Aber was ist so schlimm daran, sich erst einmal wohlwollend einzugestehen, dass da jemand ist, dessen Verhalten oder Gedankengut einem irgendwie zusagt und gefällt? Auf Facebook verteilen wir freigiebig Likes, warum nicht auch im richtigen Leben?
Wir können täglich in den Nachrichten sehen und hören, was auf unserer Welt los ist. Gibt es für uns noch Vorbilder aus dem öffentlichen Raum?
Fällt Dir spontan jemand ein, den Du als Dein Vorbild erachten würdest? Und ist diese Person prominent oder eher nicht?

Vorbilder als Wegweiser

Natürlich können wir unsere eigenen Regeln machen, das ist auch gut und gesund. Vorbilder stehen aber auch für sich und machen ihr eigenes Ding. Das sollten wir auch tun. Dazu gehört, die eigenen Wertmaßstäbe zu entwickeln. Es kann aber hilfreich sein, sich umzuschauen, wo es bereits Gedankengut gibt, das uns auf unserem Weg dienlich sein könnte. Vorbilder können Wegweiser sein. Wir müssen es ihnen ja nicht sagen. ;)

Vorbildkultur – eine Kultur der Ehrlichkeit
Ich glaube, dass eine neue Kultur der Vorbilder vielen von uns wirklich gut tun würde. Ich habe mehrere Vorbilder. Darunter sind Menschen aus meinem direkten Umfeld, Menschen aus meiner Vergangenheit, Menschen die schon längst gestorben sind. Aber deren Geist wirkt noch immer nach. Sie haben Gedanken und Taten hinterlassen, die mir gefallen haben. Und deren Grundeinstellungen und Haltungen, die diese Taten motiviert haben, finde ich nachahmenswert. Einfach toll, weil diese Menschen einen guten Geist hinterlassen haben, den ich weitertragen möchte. Das ist doch vorbildlich, wenn Menschen einen guten Geist im Zusammenleben erzeugen!

Wenn wir ausschließlich unsere eigenen Regeln leben, fehlt uns die Orientierung. Wir igeln uns ein, ziehen keine Vergleiche mehr (wichtig im sozialen Miteinander), und nehmen an, wir hätten die Weisheit und die Wahrheit für uns gepachtet. Ist das hilfreich für uns? Für unsere Kinder? Für unsere Zukunft?


Vorbilder vermitteln Werte-Orientierung.

Anke Schröder, Vlotho

Anke Schröder, Vlotho

Werte wie Integrität, Ehrlichkeit, Selbstfürsorgefähigkeit, Kommunikationsfreude, Geselligkeit, Einsatzfreude, Hilfsbereitschaft, und vieles mehr.
Was vergeben wir uns, wenn wir über unseren Tellerrand blicken, und nach Menschen Ausschau halten, von denen wir lernen können? Und die ihre Werte so vertreten und leben, dass wir auch noch gerne von ihnen lernen? Am leichtesten lässt sich bekanntlich das lernen, was uns leicht fällt, und was mit positiven Emotionen gekoppelt ist.
Wir surfen stundenlang im Netz, liken hier, überfliegen dort, finden jenes gut, dieses unmöglich. Schauen wir wieder mehr auf die echten Menschen um uns herum. Von denen können wir lernen. Wert-volle Dinge. Wir können uns selbst aufmachen und anderen vermitteln, was uns wichtig ist.

Gute Werte machen ein gutes Gefühl. Welche Menschen vermitteln uns dies?
Schauen wir uns um – es gibt sie! Auch bei Dir, ganz in Deiner Nähe.

Übrigens…
Der Artikel mit dem Interview, das mich zu inspirierte, meine Freundin ein Vorbild zu nennen, war übrigens dieser:
http://fruehesvogerl.blogspot.de/2015/09/wenn-ein-mensch-von-einem.html?m=1

Herzlichst,

Barbara Hoffmann
HOFFMANN Coaching und Beratung

Wahrnehmung oder Wie man das Kopfkino ausbekommt

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Wahres über die Wahrnehmung

oder

Wie man das Kopfkino ausbekommt

Wir halten das für WAHR, was wir WAHR-NEHMEN. Klingt doch einfach, oder? Wir machen es aber gern kompliziert. Wäre ja sonst auch zu einfach. ;)

Wahrnehmung heißt Wahrnehmung, weil wir das was wir sehen/ hören usw., für real halten. Für „wahr“!

Wahrnehmung – was ist das?
Eine Wahrnehmung ist… etwas viel Grundlegenderes als eine Meinung oder Haltung. Wir nehmen wahr, was wir mit den Sinnen erleben können. Wir können Dinge sehen, fühlen, riechen, hören, schmecken. Wobei das fühlen sich auf eine kinästhetische Empfindung bezieht, aber auch auf eine emotionale Empfindung. All das ist Wahrnehmung.

Blickwinkel
Jeder von uns sieht die Welt aus seiner eigenen Perspektive. Unterschiedliche Blickwinkel erzeugen unterschiedliche Wahrnehmungen: Von der einen Seite beleuchtet, wirft ein Zylinder einen kreisförmigen Schatten, und von der anderen Seite beleuchtet, wirft er einen rechteckigen Schatten. Es kommt also immer auf die Perspektive an, von der aus wir die Dinge betrachten. Auch das haben wir schonmal gehört. Woraus wir schließen können, dass das wichtig sein könnte, um eine andere Haltung zum Erlebten einzunehmen.

Interessante Geschichte
Im Gleichnis „Die blinden Männer und der Elefant“ untersucht eine Gruppe von Blinden – oder von Männern in völliger Dunkelheit – einen Elefanten, um zu begreifen, worum es sich bei diesem Tier handelt. Jeder untersucht einen anderen Körperteil (aber jeder nur einen Teil), wie zum Beispiel die Flanke oder einen Stoßzahn. Dann vergleichen sie ihre Erfahrungen untereinander und stellen fest, dass jede individuelle Erfahrung zu ihrer eigenen, vollständig unterschiedlichen Schlussfolgerung führt.

Selbst-/ Fremdwahrnehmung
Ist es Ihnen auch schon so gegangen, dass Sie ein Feedback von außen über sich selbst bekommen haben, was so gar nicht Ihrer Selbstwahrnehmung entsprach?
Ist doch interessant, auch hier waren Interpretationen und Annahmen über Sie am Werk. Schauen Sie ganz in Ruhe hin, was Sie davon annehmen können und möchten. Auch das Feedback hat gaaanz viel mit dem Feedbackgeber und seiner inneren Welt zu tun! ;)

Dialog und Deeskalation
Dialog findet immer dann statt, wenn zwei Teile miteinander im Austausch auf Augenhöhe sind. Das können zwei Personen sein, die sich miteinander über etwas Bestimmtes unterhalten. Es können auch innere Anteile sein, die miteinander im Austausch sind. Diese sind nicht immer miteinander auf Augenhöhe. ;) Wie nett, sollten Sie an dieser Stelle mimisch reagieren.

Denn wo…
… wirklich Dialog stattfindet
… beide Seiten ihre berechtigten Gedanken ausdrücken dürfen
… jede Haltung erst einmal grundlegend Wertschätzung erfährt,
… wir mit wirklich offenen Sinnen wahrnehmen, was die jeweiligen Anteile ausdrücken wollen,
… Offenheit für die jeweiligen Emotionen dies jeweils anderen besteht,

…da gelingt auch Deeskalation.
Ich glaube, das wäre einen extra Blogartikel wert – gute Idee eigentlich.
Aber zunächst zurück zum Thema Wahrnehmung.

Gewohnheitstiere
Wir haben es uns zur Gewohnheit gemacht, Erlebtes/ Wahrgenommenes zu bewerten und mit Interpretationen anzureichern. Diese Interpretationen sind nicht immer „wahr“. Es sind erst einmal nur Annahmen darüber, wie das Erlebte zu bewerten ist. Mehr nicht. Meist überprüfen wir diese nicht einmal mehr, sondern gehen davon aus, dass unsere Annahme/ Interpretation die einzig Wahre ist. Warum eigentlich?

Weniger interpretieren, mehr wahrnehmen!
Nehmen wir die Bewertungen raus, und kehren wieder zurück zur reinen Wahrnehmung. Einfach zu dem, was wir sehen/ hören/ riechen/ schmecken/ fühlen [emotional/ haptisch]. Dann kommen wir der Wahr-heit hautnah. Dann sehen und erleben wir wieder, was wirklich IST. Was wir sehen, hören, fühlen, riechen oder schmecken. Treten wir DANN einen Schritt zurück, sprechen aus was wir da wahrgenommen haben. Und geben gut darauf acht, ob da nicht doch eine Interpretation versteckt sein könnte. Erst wenn wir das Erlebte auf das, was wir beschreiben können, „deskriptiv heruntergebrochen“ haben, dann können wir schauen, ob (!) und wenn ja, wie wir das Wahrgenommene interpretieren wollen (gut/ schlecht/ nervig/ lustig/ hinderlich/ hilfreich, u.v.m.).
Noch besser ist jedoch folgendes:

Kopfkino aus
Wenn wir die Bewertungen rausnehmen und nur noch wahrnehmen was wir mit unseren Sinnen erleben können, wird es friedvoller, müssen wir nicht mehr kämpfen. Wir gewinnen Distanz zum Erlebten.

…endlich!
Wir werden gelassener, unabhängiger, freier! Weil wir mehr bei uns selbst ankommen. Sobald wir wissen, dass unsere Wahrnehmung getrennt von Bewertungen und Annahmen steht, können wir viel bewusster wahrnehmen, was IST, und noch einmal überlegen, ob und wie wir das Erlebte bewerten wollen. Oder ob es einfach das ist, was es ist. Eine Situation, eine Äußerung, ein Mensch, der irgendetwas sagt. Was wiederum nichts über uns, oder gar über unseren Wert als Mensch aussagen muss. Es ist dann einfach nur noch was es ist. Etwas, das wir wahrnehmen. Worüber wir dann anschließend bewusst entscheiden können, wieviel davon wirklich mit uns selbst zu tun hat.
Ist doch toll, oder? Glauben Sie mir, ich habe viel Kopfkino durch, es war nicht schön und nicht einfach, aber ich bin jetzt viel besser darin, die Dinge im positiven Sinn zu ent-werten, oder auch umzubewerten. In meinem Buch „Gedankentausch“ habe ich es dann beschrieben wie es gehen kann.

Kopfkino aus? Gangschaltung auf „Wahrnehmung“ runtergeschaltet? Neugierig geworden, wie es geht?
Wenn Sie wirksame mentale Strategien kennenlernen möchten, wie Sie mehr wahrnehmen und weniger bewerten, um gelassener zu werden, einfach melden!

Herzliche Grüße und eine gute Zeit,

Barbara Hoffmann
Systemischer Coach

Lebenswichtig – Werte für’s Leben

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„Lebenswichtig“ – was heißt das eigentlich?

Foto: Ulf Lautenbach

Foto: Ulf Lautenbach

Kürzlich unterhielt ich mich mit einer Kooperationspartnerin und lieben Freundin über den Begriff „lebenswichtig“. Wir kamen darauf, als wir konstatierten, was in unserem Leben wichtige Themen und Bedürfnisse seien. Bei uns beiden waren und sind dies Themen des Menschseins. Themen der Psychologie, der persönlichen Entwicklung, menschlicher Kräfte und Grenzen, Ressourcen und Abgründe, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, sowie das, was den Menschen ausmacht, weiterbringt und im besten Fall gesund sein und glücklich fühlen lässt.

Für mich sind diese Themen wichtig, seit ich denken kann. Sie bestimmen meinen beruflichen Weg und meine persönliche Entwicklung. Ich will nicht stehenbleiben, sondern mich weiterentwickeln. Schritt für Schritt, in meinem Tempo. Daher beschäftige ich mich seit über einem Vierteljahrhundert gern damit, wie Veränderungen am besten gelingen können, und unterstütze Menschen gerne bei ihren persönlichen Veränderungsvorhaben. Unabhängig ob es vermeintlich kleine Änderungen in der Kommunikation mit anderen Menschen sind, oder ob es um berufliche Veränderungen geht, die die nächsten 20-40 Jahre bestimmen sollen. Veränderungen sind mein Lieblingsthema, beruflich wie persönlich. Auch ich habe schon viele kleine und größere Veränderungen in meinem Leben vorgenommen, die mich allermeist doch immer weitergebracht haben. Je mehr ich diese Schritte als Aufgabe und Wachstumschance begriffen habe, desto besser ist es mir gelungen, diese zu bewältigen.

Und durch diese vielen eigenen Veränderungen, sowie auch eine mir innewohnende Anlage, für Menschen und ihre Themen da sein zu wollen – und zu können, und dafür wichtige persönliche Grundlagen mitzubringen, sind die Themen des Menschseins für mich „lebenswichtig“ geworden.
Sie bestimmen mein Leben.
Und ich liebe es!

Lebenswichtig ist das,
… was in unserem Leben eine besonders wichtige Rolle spielt
… was uns glücklich stimmt
… was uns „im Fluss“ hält
… was uns gesund werden oder sein lässt
… was unser Herz/ unsere Seele berührt
… was wir lieben
… was wir gerne tun
… was wir über uns wissen
… was uns lebendig fühlen lässt
… was wir erkannt haben
… was direkt und unmittelbar mit uns zu tun hat
… was wir einfach nicht mehr wegdenken können – und wollen

Das, was lebenswichtig ist, kann sich – natürlich – im Laufe des Lebens verändern. Wenn wir darauf achten, was das für uns ist, sind wir immer wieder gut „an uns dran“. Dann sind wir achtsam und ungeschminkt ehrlich gegenüber unseren innersten Bedürfnissen und unseren wichtigsten Themen. Und das trägt uns auf unserem Weg durch das Leben.

Denn was für uns lebenswichtige Themen und Bedürfnisse sind, sollte uns ebensowenig fehlen wie Luft zum Atmen, Essen und Trinken für unseren Körper, Liebe, Wärme und Anerkennung für unsere Seele und für die emotionale Entwicklung, und Bildung für unseren Geist.

Herzlichst,

Ihre Barbara Hoffmann
Systemischer Coach (DVNLP)

Wertschätzung im Job

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Wertschätzung im Job und ihre Bedeutung

Fotolia | gpointstudio

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Wertschätzung? – Richtig wichtig geworden!
Ehrliche Wertschätzung zwischen Menschen ist einer der wichtigsten Bausteine für mentale, psychische, emotionale, auch physische Gesundheit!
Ich erlebe in meinen täglichen Beratungen und Coachings jedoch immer wieder Menschen, die diese Wertschätzung am Arbeitsplatz (oder auch zu Hause) nicht oder nicht mehr erleben. Sie sind ausgebrannt, erschöpft, depressiv, überarbeitet, krank. Und alle haben eine Sache gemeinsam:
Sie haben sich mit voller Kraft in die Dienste eines Unternehmens gestellt, viel geleistet, tolle bis geniale Ideen gehabt, Firmen oder einzelne Abteilungen mit aufgebaut, Verantwortung übernommen, Begeisterung und Leidenschaft verspürt und versprüht. Und einen richtig guten Job gemacht. Doch durch das Fehlen von Wertschätzung und Anerkennung für all die Leistungen entsteht ein Ungleichgewicht, das depressiven Symptomen, Burnout und Krankheit Vorschub leistet.

Dann lassen sie durch einen Arzt „Arbeitsunfähigkeit“ feststellen, verlieren mit der Zeit das Selbstbewusstsein, große Teile ihrer Identität und den Glauben an sich selbst, an eine gute Entwicklung, an eine lebenswerte Zukunft.
Dabei geht es nicht nur um Anerkennung der Arbeit und der Leistung, sondern der Wertschätzung des Menschen.

Was ist dazwischen passiert?
Es gibt viele Ursachen, wie es zu solch einer bemerkenswerten Entwicklung kommen kann. Solch ein Verlust an Selbstvertrauen und Lebensfreude kann nur mit etwas zu tun haben, das sehr wesentlich ist für uns als Menschen, egal ob wir Arbeitnehmer sind, oder in welcher Rolle auch immer.
Fazit: Es kann hier nur um etwas Emotionales gehen.
Das, was uns Menschen eint, ist doch, dass jeder für sich ein Höchstmaß an Wohlbefinden erreichen und erleben möchte. Wir möchten dass es uns gut geht. Und jeder erreicht das mit unterschiedlichen Mitteln.

Wann geht es uns am Arbeitsplatz gut?
Unter anderem, wenn…

  • wir für das was wir tun, so entlohnt werden dass wir davon leben können.
  • wir das tun können und dürfen, worin wir gut sind und unsere Kompetenzen nach außen bringen.
  • wir ehrliche Wertschätzung und Anerkennung erfahren und erleben.

Eine nicht angemessene Entlohnung kann durch andere Faktoren ausgeglichen werden. Viele Menschen akzeptieren eine Mindervergütung, weil sie Sicherheit im Betrieb empfinden, oder die Atmosphäre untereinander im Team gut ist, oder aus manch anderen Gründen.
Wenn wir etwas tun, was unserer Identität nicht entspricht oder worin wir nicht so gut sind wie in unserem allerbesten Kompetenzbereich, dann können wir auch das ausgleichen. Und finden Vorteile in der Vergütung, in einer Führungsrolle, in einem guten Teamzusammenhalt, etc.

Gegenseitige Wertschätzung ist eines der wichtigsten Fundamente guter, gelingender und erfolgreicher Zusammenarbeit, und des Unternehmenserfolgs!
Auf Dauer fehlende Wertschätzung kann durch nichts ausgeglichen werden.

Aber ist sie wirklich so wichtig, dass Menschen krank werden, wenn sie fehlt?
Wird Wertschätzung, also dieses emotionale Phänomen, nicht überbewertet?
Ist nicht durch den Arbeitsvertrag schon alles geregelt, was das jeweilige Geben und Nehmen von Arbeitsleistung und Geld betrifft?
Die Thematik ist vielschichtig.

Zu folgenden Fragen können Sie mich gern buchen (Vortrag, Workshop, Einzelcoaching):
Was ist Wertschätzung?
Was bewirkt Wertschätzung im Unternehmen?
Was ist Wertschätzung nicht?
Wie wichtig ist Wertschätzung für den Unternehmenserfolg?
Wie wird Wertschätzung und Anerkennung angemessen ausgedrückt?
Wie kann man Wertschätzung ins tägliche Miteinander implementieren?

Kontaktieren Sie mich gern, ich freue mich auf Ihre Anfrage!

Herzlichst,
Barbara Hoffmann
Systemischer Coach (DVNLP)

Kontakt:
Tel. 05221-3823415
& 0176-62388313
info@hoffmann-coaching.de

 

 

Psychisch krank zu sein fördert manchmal die Gesundheit

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Fotolia.com | Africa Studio

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Ich arbeite u.a. in einer/ für eine Rehaklinik mit psychosomatischem Schwerpunkt. Menschen die aufgrund von Überlastungen, Konflikten, persönlichen und beruflichen Krisen krank geworden sind, lassen sich dort behandeln und erhalten Anregungen und Anleitungen, wie sie sich abgrenzen und in unterschiedlichen Settings besser für sich sorgen können.

Arbeit und psychische Erkrankungen
Auf dem deutschen Arbeitsmarkt geht es turbulent zu. Konflikte und Mobbing am Arbeitsplatz, betriebliche Umstrukturierungen, Führungskräfte ohne wirkliche Kompetenz zum Führen, immer höhere Leistungsvorgaben u.v.m. führen zu Jobverlusten, Langzeitarbeitslosigkeit, Langzeitarbeitsunfähigkeit, zu Krisen und Verlustgefühlen und können ernste psychische und psychosomatische Dysbalancen verursachen.

Diese drücken sich in zum Beispiel in Depressionen und depressiven Episoden, Angststörungen, Kopfschmerzerkrankungen, und manch anderen Formen aus, in denen das System aus Körper und Seele die Notbremse zieht und nach Aufmerksamkeit ruft. Diesen Erkrankungen sind häufig leichtere Warnsignale vorausgegangen. Verspannungen, Rückenbeschwerden und Unruhezustände sind nur einige der klassischen Symptome, mit denen der Körper sein fehlendes Einverständnis mit bestehenden Rahmenbedingungen oder Ereignissen signalisiert. Meist sind diese aber übergangen oder überhört, oder wegmediziert worden, denn man muss ja am Ball und leistungsfähig bleiben.

Der Anteil psychischer Erkrankungen an der Gesamtzahl der Berentungen ist hoch, und wird immer höher: „Im Jahr 2008 gingen 12,7 Prozent aller Rentenzugänge aufgrund verminderter Erwerbsfähigkeit oder Erwerbsunfähigkeit auf affektive Erkrankungen zurück. Sie sind damit die häufigste Erkrankungsgruppe bei Erwerbsunfähigkeits- und Erwerbsminderungsrenten.“, so schreibt die Psychotherapeutenkammer NRW (Quelle: https://www.ptk-nrw.de/de/mitglieder/publikationen/ptk-newsletter/archiv/ptk-newsletter-spezial/zahlen-fakten-depression.html, Stand 04.04.2015).

Wie kommt dies zustande?
Unzählige Rehabilitanden berichten mir, dass sie an ihrem Arbeitsplatz Wertschätzung und Anerkennung vermissen. Sie vermissen Kollegialität und Menschlichkeit.
Am häufigsten höre ich von Konstellationen wie den folgenden, innerhalb denen es zu einem Verlust von Menschlichkeit, Respekt und einem wertschätzenden Umgang kommt:

  • Vorgesetzte und Führungskräfte, die nicht in der Lage sind, ihre Mitarbeiter als Menschen zu respektieren, sondern diese nur noch als „human ressources“ sehen
  • Umstrukturierungen wegen Betriebsübergängen oder personeller Veränderungen in Führungsetagen, diese möglichst häufig, damit die höhere Anonymität und Entfremdung zwischen Führungskräften und Mitarbeitern keine emotionale Bindung entstehen lässt, und es den Führungskräften und entscheidungsbefugten Personen leichter fällt, gut verdienende (meist sehr erfahrene und verlässliche und mit dem Unternehmen identifizierte) Mitarbeiter zu entlassen.
  • Leistungsvorgaben wegen wirtschaftlicher Zwänge, die besonders ältere Mitarbeiter in die Überforderung bringen
  • Personalabbau zugunsten finanzieller Einsparungen, jedoch zu Lasten der Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter.
  • Vererbung von Führungspositionen an Söhne oder Töchter, die häufig nicht qualifiziert sind, solche Positionen gut auszuüben, sondern die dies aus Machtdünkel und finanziellen Erwägungen heraus übernehmen.

Diese Entwicklung ist jedoch nicht endlos fortsetzbar, und geht letztendlich zu Lasten des Unternehmenserfolgs.

In einem Unternehmen mit einer menschenunfreundlichen Atmosphäre krank zu werden, ist also eine im Grunde gesunde Reaktion. Denn wir Menschen sind nicht darauf ausgelegt, immer mehr Leistung in immer weniger Zeit zu erbringen. Wir sind nicht auf einen andauernden Stresspegel in unserem Körper ausgelegt. Wir können unseren Motor nicht immer im „roten Bereich“ rasen lassen, es muss auch Erholungszeiten und Phasen der Regeneration geben. Der rote Bereich kommt nicht nur durch „zuviel Arbeit“ zustande, auch durch stressbelastete Situationen wie Konflikte mit Vorgesetzten oder Kollegen, weil die echte Kollegialität und der Blick füreinander fehlen.

Werden Mitarbeiter also psychisch krank, und entwickeln u.a. affektive oder Angststörungen, ist dies häufig eine unbewusste gesunde Reaktion, mit der der Körper Abstand vom Geschehen einfordert. Der Selbsterhaltungstrieb ist aktiviert. Nur so kann eine Distanz entstehen, aus der heraus die eigenen Wertvorstellungen mit denen des Unternehmens verglichen werden können. Denn in kranken Strukturen kann kein menschliches System auf Dauer überleben, wenn es gesund sein, werden oder bleiben will.

Krank oder gesund – ressourcenorientiert betrachtet
Höre ich also von „Patienten“, warum sie seit geraumer Zeit arbeitsunfähig sind, so denke ich manchmal: Eigentlich sind nicht die Patienten krank. Sondern die Strukturen aus denen sie kommen, bzw. die Menschen die auf Kosten von Menschlichkeit und Respekt mit Machtdünkel und Geldgier Führungspositionen bekleiden, sind eigentlich diejenigen, die Unterstützung benötigen, um ihre Mitarbeiter kompetent durch schwierige Phasen des Unternehmens zu führen.

Und so unterstütze ich dort die Menschen mit psychischen Diagnosen in ihrer Absicht der eigenen Gesunderhaltung, damit sie wieder in die Lage kommen, sich selbst zu vertrauen, sich Abgrenzung und Mut zuzutrauen, um für mehr Menschlichkeit und Respekt am Arbeitsplatz, und noch einige andere Werte mehr einzutreten.

„Der Fisch stinkt vom Kopf her“, so heißt es im Volksmund, aber die wahrhaft wichtigen Veränderungen geschehen stets von der Basis aus. Und von dort aus kann Gesundheit wieder entstehen. Denn wir sind soziale Wesen, die aufeinander angewiesen sind.
Durch gesundheitliche Schwierigkeiten können Sie erkennen, dass es manchmal notwendig wäre, für die eigenen Bedürfnisse einzustehen.
Denn die Strukturen ändern sich nicht von alleine, aber jeder kann auf seine Weise dazu beitragen, dass sich etwas „von unten her“ verändert. Das ist nicht leicht, aber es ist der einzige Weg.
Und so kann eine Zeit der Arbeitsunfähigkeit eine Chance sein, um sich neu zu sortieren, und anschließend, mit guter Unterstützung im Rücken, die Flucht nach vorn anzutreten, um selbstwirksam für ein besseres Miteinander einzutreten. Sie sind nicht allein. Suchen Sie sich Verbündete. Es gibt sie.

Und so ist es nur gesund, sich von zerstörerischen Strukturen –  innerlich – zu entfernen. Von wegen psychisch krank.

Barbara Hoffmann
Systemischer Coach (DVNLP)

Was ist „gute Arbeit“? – Ein neues Buch entsteht.

Hervorgehoben

Peace of Mind wooden sign with a sky background

Quelle: gustavofrazao|fotolia.com

Hallo und guten Tag!

Hier geht es zum Artikel „Gute Arbeit ist Gefühlssache„!
Er weist auf mein zweites Buch hin, das ich im Begriff bin zu schreiben, und das ein Ratgeber für Arbeitnehmer wird, um konkrete Hilfen an die Hand zu geben, was es für die Erhaltung der Gesundheit im Arbeitsleben braucht. In Zeiten ständiger Personalverknappung und häufig auch massiver Funktionalisierung von Menschen („human ressources“) möchte ich mit diesem neuen Ratgeber einen hilfreichen Beitrag leisten.
Ich habe den Artikel diesmal als PDF Datei hinterlegt, da er in WordPress zuviel Platz einnehmen würde. Vielleicht haben Sie Lust, ihn sich auszudrucken… oder mir Ihre Rückfragen zu schreiben, mich für Coaching in Richtung Erhaltung der Gesundheit am Arbeitsplatz anzufragen, Ihre Wünsche an das Buch und was drinstehen soll zu äußern – was auch immer. Melden Sie sich gern, ich freue mich auf Sie!

Herzlichst,
Barbara Hoffmann

Gesehen werden – voll und ganz

Hervorgehoben

Menschen ihren Platz im Leben finden lassen
oder Wertschätzung 3.0

Foto: Ulf Lautenbach

Foto: Ulf Lautenbach

Der Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ hat es mir angetan. Ich sah ihn bereits vor Jahren, aber jetzt erst, nach nochmaligem Anschauen im TV, schien sich mir seine Bedeutung erst in vollem Umfang zu erschließen.

Ein „Aufseher“ wird im französischen 1949 in einem Internat für verhaltensauffällige Jungen eingestellt, als gerade ein anderer, ausgebrannt und desillusioniert, seinen Dienst quittiert. Das System des Internats funktioniert mit erschreckend faschistoiden Methoden; man versucht, den Schrecken des Weltkriegs mit umso mehr Kontrolle und Machtgewinn zu verjagen.

Nach und nach beginnt der neue Aufseher M. Mathieu, ganz anders als seine Vorgänger, einen Kontakt zu den Jungen herzustellen. Was seinen Vorgängern und dem Direktor nicht gelungen ist, gelingt ihm zusehends. Er gründet einen Chor, teilt jedem der Jungen entsprechend dessen Stimmlage einen Platz in diesem Chor zu. Er versteht es, wirklich jedem einzigen Jungen einen Platz im System zu geben. Selbst der schüchternste Junge bekommt die Position des Assistenten, und derjenige, der keinen einzigen Ton trifft, bekommt die Aufgabe des Notenhalters. Die meisten anderen können irgendwie singend eingesetzt werden. Jede Aufgabe ist wichtig. Jeder Junge ist wichtig, jeder dieser jungen Menschen erhält einen Platz, den nur er ausfüllen kann. Einfach aus einem grundsätzlich und bedingungslos wertschätzenden Menschenbild heraus.
Weiterhin auftretendes, aber weniger werdendes schwieriges Verhalten der Jungen wird mit einer positiven Absicht interpretiert, Jungen die etwas ausgefressen haben, werden vor Karzer oder Schlägen geschützt.

Nach und nach erhält Mathieu das volle Vertrauen der Jungen. Der Chor funktioniert, das System gesundet, wird aber immer wieder vom Direktor und anderen Alteingesessenen angegriffen. Dennoch überlebt das „Subsystem Chor“. Es bricht das krankhafte System von innen mit großer Lebenskraft auf, bis das System Internat zusammenbricht und die gesunden Kräfte wahrhaft frei werden können.

Die Aussage des Films: Sobald Menschen sich gesehen fühlen, echte Wertschätzung erleben, und ihren Platz in der Welt gefunden haben, können sie zu sich finden. Sie können gesunden, erstarken, erlangen Selbst-Wert-Gefühl.

Ich erlebe immer wieder, dass die Menschen ein tiefes Bedürfnis nach Wertschätzung und Anerkennung haben. Wenn sie diese über Jahre hinweg an ihrem Arbeitsplatz nicht mehr finden, kommen sie häufig zum Coaching zu mir. Und dort bringen wir nach und nach zusammen, was zusammengehört. Fähigkeiten, die eigene Würde und Ehre aufzubauen und zu erhalten, sich gegenüber negativen Einflüssen wahrhaft und gesund abzugrenzen werden wieder eintrainiert, und mit jeder neuen positiven Erfahrung wächst eine neue Selbst-Sicherheit im Job, oder auch im Privatleben meiner Coachees.

Und das macht nicht nur mir selbst viel Freude, auch meine Klienten profitieren von dem neuen Selbst(wert)gefühl, sodass sie sich viel besser und selbstbewusster im Job präsentieren, oder sich auf den Weg zu einer neuen Tätigkeit machen können.

Wenn Menschen zu sich selbst zurückfinden, ist das etwas ganz ganz Wunderbares.
Nicht nur im Film.
Denn jeder von uns, ob es ihm bewusst ist oder nicht, möchte gern GESEHEN WERDEN.
Und mit dem Gedanken im Hinterkopf lässt sich Gemeinschaft, Arbeit und Familienleben ganz anders gestalten, eigene Bedürfnisse lassen sich ganz anders kommunizieren.
Haben wir keine Angst davor, gesehen zu werden. Denn gesehen zu werden, ist die Voraussetzung dafür, einen Platz einzunehmen, der wichtig ist.

Herzlichst,

Barbara Hoffmann

Wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wär’…

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Bildquelle: fotolia.com/ lukow

Bildquelle: fotolia.com/ lukow

… wär’ ich längst schon Millionär! Kennen wir alle, diesen Spruch, oder? Meist folgt dann der Gedanke, dass wir uns mit den „wenn’s“ und „hätte’s“ nicht zu beschäftigen brauchen,  da die Realität nun mal anders aussieht. „Das Leben ist nun mal hart“ wird dann häufig entgegnet, oder „Es ist wie es ist!“, „Es wird einem nichts geschenkt!“ oder gar „Man muss immer um alles kämpfen.“
Nun, wer das glaubt, dem wird auch so geschehen! Frei nach Henry Ford: „Ob du denkst du kannst es oder ob du denkst du kannst es nicht, du wirst in jedem Fall recht behalten.“ Selbst Jesus soll gesagt haben „Euch geschehe nach Eurem Glauben.“ Suchen Sie sich aus, wen von beiden Sie sympathischer finden. Fest steht: Es stimmt. Außen wie innen. Was Sie an Glaubenssätzen und Überzeugungen in sich tragen, erleben Sie.

Ich erlebe immer wieder, dass Menschen die davon ausgehen dass sie so krank sind, dass sie nichts mehr „können“, auch die Resonanz dieses Glaubenssatzes in ihrem Leben erleben. Da kommt dann auch wirklich nicht mehr viel. Sie grenzen sich aus und denken sich klein. Dass sie selbst maßgeblich – auch mit Erkrankungen oder schwierigen Lebenssituationen, privat oder bei der Arbeit – an der Gestaltung ihres Lebens beteiligt sind, und dass diese Gestaltung im Kopf beginnt, wird gern vergessen. Da wird die Verantwortung für die missliche Lage gern dem Partner, den Eltern, den Vorgesetzten oder der jeweiligen Regierung zugeschrieben. Das Wörtchen „wenn“ ist nur noch ein müder Platzhalter für Möglichkeiten, die nur anderen offen stehen und nichts mehr mit der eigenen, auch mentalen Schaffenskraft zu tun haben. Klingt unbequem, das weiß ich. Aber es ist eben die mentale Komfortzone, in der wir uns befinden oder in die wir uns in schlechte Zeiten hineinflüchten. Nur führt diese recht selten in eine reelle Komfortzone.

Was auch immer Sie anstreben, was auch immer Sie erreichen wollen, nehmen Sie das Stoppschild aus Ihrem Kopf. Ihr Leben beginnt im Kopf, und wenn da ein Stoppschild drinsitzt, wird nichts mehr passieren, außer natürlich Stillstand. Wollen Sie das? Höre ich ein „Ja, aber…?“ Dann möchte ich einen weiteren Gedanken anfügen:

  • Wenn Sie sich trauen, sich wieder einmal mit guten Gedanken zu verbinden und neugierig zu träumen was das Leben für Sie bereit halten könnte….
  • Wenn Sie „werden wie die Kinder“ und das Leben ohne inneres Stoppschild , sondern mutig und voller Vertrauen bitten, gut zu Ihnen zu sein und Sie zu beschenken, weil Sie es verdient haben….
  • Wenn Sie sich auf die guten Dinge des Lebens konzentrieren, die es auch in Ihrem Leben gibt (Haben Sie ein Dach über dem Kopf? Haben Sie etwas zu essen? Gibt es Bereiche an und in Ihrem Körper die gesund sind?)…
  • Wenn Sie abends dankbar für die Dinge sind, die Ihnen das Leben an diesem Tag geschenkt hat,…

…. dann werden Sie zumindest reich im Geiste. Denn genau da beginnt die mentale Gesundheit. 

Nutzen Sie das Wörtchen „Wenn“ als Türöffner für all die Möglichkeiten im Leben. Für die Möglichkeiten, sich helfen zu lassen, für die Möglichkeiten der Veränderung, die jedem Menschen zur Verfügung stehen. Für die Möglichkeit, aus dem bildlichen Mauseloch einen bildlichen Durchbruch zu machen, der Ihnen den Schritt in einen anderen Raum ermöglicht.

Es gibt IMMER Möglichkeiten der Veränderung. Dass Sie sie vielleicht nicht SEHEN können, heißt nicht, dass keine vorhanden sind.
Aber ich unterstütze sehr gerne und bisher erfolgreich all diejenigen, die die Möglichkeiten wiederfinden wollen, um sie zu nutzen. Für ein berufliches Weiterkommen, für private Zufriedenheit und Ausgeglichenheit, für mentale und psychische Gesundheit. Und für mentalen Reichtum, wenn Sie so wollen.

Denn unser Leben beginnt im Kopf. Ihres auch.
Pflegen Sie das, was Sie da drin haben. Mit Coaching.
Und das „wenn“ wird zum JETZT!

Herzlich,

Barbara Hoffmann, Systemischer Coach (DVNLP)

Wertschätzung

Hervorgehoben

Wertschätzung

bildquellle: trueffelpix| fotolia.com

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Fühlen Sie sich wertgeschätzt? In Ihrer Familie, am Arbeitsplatz, in der Freizeit?

Wertschätzung bedeutet nicht, sich anzubiedern und Sympathie zu zeigen die wir gar nicht fühlen.
Wertschätzung zeigt sich vielmehr darin wie wir anderen Menschen begegnen, wie wir mit ihnen kommunizieren und wie wir signalisieren dass wir ihnen grundsätzlich wohlgesonnen sind. Ungeachtet von Meinungen, Herkunft oder Vorlieben und Abneigungen.

Dabei kann es helfen, auch bei Begegnungen die sich zunächst schwierig anfühlen, eine einzige Eigenschaft am anderen zu suchen, die wir mögen oder gut finden. Das allein ist noch keine bedingungslose Wertschätzung. Aber zumindest kann dies den Zugang zum Empfinden von Wertschätzung erleichtern.
Auch wenn wir Wertschätzung für etwas in uns selbst empfinden, können wir diese umso besser weitergeben. Vielleicht fallen uns ja drei Dinge ein?

Wertschätzung im Alltag zeigt sich in der Fähigkeit, offen und ehrlich freundlich auf andere zuzugehen. Auf die Menschen, denen wir beim Einkaufen, bei der Arbeit, oder in der Freizeit begegnen. Zu grüßen, Menschen ein freundliches Wort oder ein Lächeln zu schenken, und zu signalisieren: „Ich nehme Sie/ Dich positiv wahr. Sie sind es mir wert, dass ich freundlich mit Ihnen umgehe.“ Denn wie es in den Wald hineinruft, so schallt es ja häufig hinaus. Wenn wir Wertschätzung verschenken, erhalten wir diese auch. Wertschätzung sich selbst gegenüber zu empfinden, macht es uns sehr viel leichter, diese auch anderen gegenüber zu zeigen.

Und wenn wir sie im Ernstfall in unserem Umfeld nicht mehr erleben, fangen wir selbst damit an, wertschätzend zu sein, zu fühlen und zu denken. Wertschätzung zu fokussieren.
Das ist der beste Weg, das entsprechende Echo ein wenig auf uns aufmerksam zu machen, damit wir die Wertschätzung wieder selbst erleben können. Es gibt auch uns selbst ein gutes Gefühl, wenn wir zu anderen wertschätzend sind. Wir brauchen eine Entsprechung in unserem Inneren, damit das „Puzzleteil“ von außen uns finden kann.
Probieren Sie es aus! Sie werden Gutes erleben. Versprochen.

Hier ein paar Tipps, wie Sie Wertschätzung ausdrücken können:
„Schön Sie zu sehen!“
„Wie geht es Ihnen?“
„Ich freue mich für Dich.“
„Da danke ich Ihnen!“
„Wie freundlich von Ihnen.“
„Ich bräuchte bitte Deine Hilfe… könntest Du vielleicht…?“
„Ich finde es toll, wie Sie….“
„Alles Gute für…!“
„Einen schönen Tag noch!“
„Warte, ich helfe Dir!“
… to be continued!

Herzlichst,

Barbara Hoffmann