„Ich musste immer kämpfen“

„Ich musste immer kämpfen“ Gleichmut

Dieser Satz begegnet mir immer wieder, meistens in meinen klinischen Beratungen. Immer wieder höre ich das Wort „kämpfen“, mit dem Menschen ausdrücken wollen, dass sie sich immer wieder aufgerafft haben, um Dinge zu erreichen, die ihnen wichtig waren. Aber was drückt es noch aus? Kämpfen hat etwas mit Widersachern, mit Waffen, verletzt werden, äußeren und inneren Widerständen gegen die man antritt, zu tun. Und mit einem sehr großen Energieaufwand. Und mit Wut, Ärger und Frust.

In meiner Weltsicht ist möglich, sein Leben anders zu verändern – ohne dauernd und immer wieder gegen unzählige Widerstände anzutreten. Das bedeutet doch dass das auch geht, und nicht zwangsläufig immer schwer gehen muss.

Mein Vorschlag: Wie wäre es, wenn wir unser Handeln und unsere Interventionen einmal (nur zum Spiel) als „Impuls“ auf unser Umfeld verstehen? Denn es ist doch so: Immer wenn wir etwas tun, reagiert etwas in unserem Umfeld. Ganz automatisch! Und: Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es hinaus.
Das Kämpfen passiert meist in uns – wir ärgern uns über Behörden, Eltern, Lehrer, Partner, wenn diese nicht so sind wie wir es (sie) gern hätten.
Rufen wir anders in den Wald hinein als bisher. 

Viele unangenehme Erfahrungen mit anderen Menschen können das Vertrauen in die Menschheit schon mal einknicken lassen oder gar zerstören. Aber wollen wir so weiterleben und weiterfühlen? Das Leben muss kein Kampf sein. Es sind nicht immer alle Dinge so wie wir sie uns wünschen. Es liegt an uns, sie so zu nehmen wie sie sind, und zu überlegen, wie wir das, was wir erreichen wollen, anders erreichen können. Es erfordert nur einen Blick nach innen… und:
Wir können uns Unterstützung holen, wir können Freunde um Hilfe fragen, uns beraten lassen, es gibt so viele Möglichkeiten. Wir können entscheiden und steuern, wie wir leben und was wir erleben wollen. Wir können vielleicht nicht bestimmte Situationen passgenau herbeiführen, aber wir können unser Selbstwirksamkeitserleben stärken, indem wir uns aus unserem Ärger herausdenken und gucken, was wirklich hilfreich sein könnte, um eine Situation in unserem Sinne zu beeinflussen.

Und auch wenn wir nicht immer das bekommen was wir uns wünschen (oder was wir beantragt haben): Manchmal sehen wir erst viel später, wozu das gut war. Denn nichts geschieht aus Zufall, alles hat einen Sinn, auch wenn er sich erst Jahre später zeigt.

Hören wir auf zu kämpfen und fangen an zu leben. Entwickeln Mut, Vertrauen, Ergebnis-Offenheit und Freude. Denn das Leben ist bunt. Und wie es in den Wald hineinruft, so schallt es hinaus. Das gilt noch immer.

Gerne unterstütze ich Sie dabei, die Waffen zu strecken und mit hilfreichen Strategien Ihr Leben positiv zu gestalten.

Herzlichst,

Barbara Hoffmann

3 Gedanken zu „„Ich musste immer kämpfen“

  1. Hallo liebe Barbara,

    wunderbare Worte am Abend. Vielen Dank dafür.

    Diese „Kampfmomente“ kennt wahrscheinlich Jede/r. Sich in diesem Moment ein wenig zu drehen und die Situation aus einem anderen Winkel zu betachten und zu schauen: „wo gehts es einfacher weiter“ schaffen nur wenige.
    Vielen Dank für diesen wunderbaren Denkanstoß…

    Also: „Hören wir auf zu kämpfen und fangen an zu leben.“

    Viele Grüße
    Ann-Kathrin

    • Liebe Ann-Kathrin!
      Ja, das ist es! Einen Schritt zurücktreten, nochmal mit Abstand auf die Situation schauen und überlegen, wo es einfach weitergehen kann. Das hört sich in der Tat leicht an, ist wie alles im Leben erlernbar, und mit etwas Übung auch zu schaffen. Ich freue mich sehr, dass diese „message“ angekommen ist! ;)
      Herzliche Grüße und vielleicht sehen wir uns ja mal live – so weit sind wir nicht voneinander entfernt. Würde mich sehr freuen!
      Herzlich, Barbara

  2. Wow!
    Ich habe diese Seite gefunden und bin sehr froh darüber, denn ich habe versucht einen neuen Blickwinkel auf die Dinge zu bekommen die nicht so laufen wie ich es mir wünsche und ich glaube diese Worte haben mich ein großes Stück nach vorne gebracht und mir geholfen !
    Vielen Dank dafür

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